Alles ist aufeinander bezogen

W-Seminar des Gotthard-Gymnasium stellt Arbeiten über NGOs vor – Doktorandin aus München zu Gast

Insgesamt 17 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben die Schülerinnen des wissenschaftpropädeutischen Seminars „EINE WELT – Unsere Verantwortung" (W-Seminar) bearbeitet. Nun wurden die Arbeiten vorgestellt. Es wurde ein Tag mit Einblicken in die Entwicklungshilfe rund um den Globus.

„Alles ist aufeinander bezogen, und alle Menschen sind verflochten durch die Liebe". So beschreibt Papst Franziskus in seiner viel gelesenen und besprochenen Enzyklika Laudato si' aus dem Jahr 2015 die Zusammenhänge in der Welt. Und so begrüßte Religionslehrer Alfred Hüttinger die Schülerinnen zur Präsentation ihrer Seminararbeiten.

Die Teilnehmerinnen des W-Seminars „EINE WELT – Unsere Verantwortung" waren und sind aufeinander bezogen, wie Hüttinger ausführte. Vor allem im vergangenen Schul- und Kalenderjahr, wo sie sich intensiv auf die Präsentationen zum Ende der Seminarzeit vorbereitet haben. Zuvor hatten sie sich noch intensiver mit den je eigenen Seminarthemen auseinandergesetzt und ihre Seminararbeit verfasst. Und sie spürten, sie sind mit der ganzen Welt in Beziehung. Dies wurde bei den Präsentationen deutlich. Alle behandelten die Arbeit von unterschiedlichen nichtstaatlichen Entwicklungshilfseinrichtungen.

Von weltumspannenden Einrichtungen haben sie berichtet – wie etwa „UNICEF", die von Viktoria Graf vorgestellt wurde. Von „SOS-Kinderdörfern" (Ines Habereder) oder „PLAN-International" (Emilia Haimerl). Weitere Themen in einem ersten Präsentationsblock waren der „WWF Deutschland" (Alessa Stemmer), die „Kindernothilfe" (Isabella Wenig) und „die mit dem CARE-Paket" (Sarah Berthold).

Manche legen in ihren Arbeiten den Schwerpunkt auf offensichtlich benachteiligte Menschen, wie etwa „bezev", von der Milena Niewöhner berichtete, oder „(I)NTACT" von Katja Lemberger. Andere setzen den Schwerpunkt auf Länder – wie etwa „OXFAM" (Katalin Lepšik), mit der die Zuhörer in Nepal und Mauretanien unterwegs waren.

Speziell die Probleme von Kindern hat „Terre des hommes" (Löfflmann Verena) im Blick, bevor von Mirjam Eichhorn die evangelische Entwicklungshilfsorganisation „Brot für die Welt" (Mirjam Eichhorn) vorgestellt wurde und die Zuhörer nochmals um die Welt flogen und global unterwegs waren.

In einem weiteren Info-Block wurden lokale Einrichtungen stärker in den Blick genommen. Die Organisation „Sternsinger", die international aber auch lokal unterwegs sind und vor wenigen Wochen von Haus zu Haus gingen, wurde von Anna Weber vorgestellt, die „Aktion Eine Welt e.V. Zwiesel" von Helena Weinmann und die „Eine-Welt-Runde KiRiKi" (Kirchdorf, Rinchnach, Kirchberg) von Viktoria Brengmann. Marie Nutz beschäftigte sich mit der „christlichen Weltverantwortung und der gelebten Nächstenliebe am Beispiel der „kleinen Hilfe Deggendorf e.V." In ihrer Präsentation stellte die junge Gymnasiastin dessen Motto vor und zitierte dabei Dr. Detlev Gück, den Gründer des Verein: „'Others before self'. Es ist nicht unser Verdienst in einer Welt des Wohlstandes und der optimalen medizinischen Versorgung geboren worden zu sein. Es ist nicht deren Schuld mit Krankheiten in einem Entwicklungsland aufzuwachen, in der es für die Armen keine Chance auf Heilung gibt! Wir versuchen die Ungerechtigkeit, soweit es in unserer Macht steht, auszugleichen!" so Dr. Detlev Gück. Der Deggendorfer Augenarzt ist regelmäßig v.a. in Indien oder Nepal unterwegs, um in den meist ein- bis zweiwöchigen Camps die unterschiedlichsten Augenleiden zu behandeln und Brillen oder Medikamente zu verteilen.

„Die Welt ist krank. Das Übel liegt jedoch weniger darin, dass die Hilfsquellen versiegt sind oder dass einige alles abschöpfen. Es fehlt am Fehlen der brüderlichen Bande unter den Völkern". Hüttinger zitierte dabei Papst Paul VI. in seiner Überleitung zur letzten Präsentationseinheit. Paul VI. beschrieb so den Zustand der Zusammenarbeit der Völker bereits im Jahr 1967 in seiner Enzyklika Populorum progressio – die Entwicklung der Völker. „Die Welt ist krank" – stimmt das? Ihr habt euch wahrscheinlich davon überzeugen müssen, dass die Welt krankt, als ihr euch in all die Probleme eingelesen habt, die in der Welt herrschen und wo eure vorgestellten Nichtregierungsorganisationen ihre Arbeit ansetzen. Nicht nur die aktuellen Pressemeldungen weisen darauf hin, dass die Welt krankt. Aber die Welt hat Ärzte. Nicht nur ausgebildete Ärzte wie Dr. Gück oder die „Flying doctors" von AMREF, die Celina Lang, vorstellte. Ihr habt euch vielmehr davon überzeugt, dass an ausgewählten Beispielen geholfen wird. Menschen, die haupt- aber auch ehrenamtlich sich dafür einsetzen, dass irgendwo auf der Welt anderen Menschen geholfen wird. In Deutschland und in der ganzen EINEN Welt. Und die Themen, mit denen ihr euch beschäftigt habt, werden euch nicht unberührt lassen. Das alles gibt Hoffnung auf eine bessere Welt", so Hüttinger.

Zum Abschluss des Präsentationstages stellte Laura Dünzel die Aktivitäten von „German Watch" vor. „Das Sein hat Vorrang vor dem Nützlichen!" so Dünzel, und zitierte dabei Christoph Bals von German Watch, der dies im vergangenen Jahr in einer Stellungnahme zur genannten Enzyklika Laudato si' veröffentlicht und was auch Papst Franziskus dort benennt und damit die Deutsche Bischofskonferenz in einer Stellungnahme zur Zukunft der Schöpfung und des Menschen aus dem Jahr 1980 zitiert. Ausführlich referierte Dünzel über die Reflexion über die Enzyklika, die in den verschiedensten Referaten und Arbeiten aufgegriffen worden war und die die gemeinsame Verantwortung für die Welt verdeutlicht.

Zu den Präsentationen war auch Larissa Wagner aus Münchner zu Gast. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am dortigen Institut für Bayerische Geschichte beschäftigt sich im Rahmen ihrer Promotion intensiv mit der Thematik Entwicklungszusammenarbeit. Die ehemalige Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes schrieb bereits ihre Zulassungsarbeit über "Die Ecuadorhilfe der Erzdiözese München und Freising in den 1960er und 1980er Jahren". Sie zollte zum Abschluss der Präsentationen den Schülerinnen des St.-Gotthard-Gymnasiums höchstes Lob. „Manche Referate waren so gut - das übertreffen manche meiner Studenten nicht!" Der Leiter des Seminars Hüttinger dankte allen für die interessanten Einblicke und die geleistete Arbeit und zitierte zum Abschluss nochmals die Bibel: „Wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn" (1 Tim 5,18) und lud die Schülerinnen zum Semesterabschlussessen ein.

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Froh über das Geschaffte. Die Teilnehmerinnen des W-Seminars „EINE WELT – Unsere Verantwortung" am St.-Gotthard-Gymnasium nach ihren Präsentationen.

 

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