Sprachliche Ausbildungsrichtung

Sprachenfolge

E1 L1
5. Jgst. Englisch Latein
ab 6. Jgst. Englisch / Latein Latein / Englisch

ab 8. Jgst.

Französisch Französisch

Der Sprachenunterricht an den Höheren Schulen in Bayern hat eine lange Tradition. Bis zur Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts war er zwar auf die klassischen Sprachen Griechisch und Latein beschränkt (Lateinschule, Humanistisches Gymnasium), im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden dann aber in Bayern erstmals auch die modernen Fremdsprachen in den Fächerkanon der weiterführenden Schulen aufgenommen. Mit der Gründung von 22 Gewerbe- und Landwirtschaftsschulen im Schuljahr 1833/34 begann auch der Unterricht in den neuen Sprachen Französisch und Englisch, freilich als „Nebenunterricht". Durch die Schaffung des „Realgymnasiums" in Bayern im Jahr 1864 gehörte auch Englisch zu den Pflichtfächern dieser neuen Schulart. Im gleichen Jahr 1864 führten die zunehmenden Bedürfnisse der Industrie und des Maschinenbaus zur Einführung der „Gewerbeschulen neuerer Ordnung". Durch die neuen Fächer (genannt „Handelsabteilungen") etablierten sich die modernen Fremdsprachen noch stärker im Schulbereich.*

 

Die Schultradition des Klosters Niederaltaich wurde 1803 durch die Auflösung des Klosters und der Klosterschule unterbrochen. Erst 1918 wurden Kloster- und Schulbetrieb in Niederaltaich durch Mönche von Metten wieder aufgenommen. Nach der Schließung in der NS-Zeit und der Wiedereröffnung im Schuljahr 1946/47 erfolgte der Ausbau der 4-klassigen Lateinschule zum sechsklassigen Progymnasium.

Seit dem Jahr 1970 bietet das „Schulheim St. Gotthard"(so die damalige Bezeichnung) neben dem musischen Zweig auch einen neusprachlichen Zweig an. Zwei Jahre später begann das Modell „Offenes Gymnasium", das es möglich macht, sowohl im musischen als auch im neusprachlichen Zweig in der 5. Jahrgangsstufe zwischen Englisch und Latein frei zu wählen. Diese Alternativen gibt es bis heute. Seit der Einführung des G 8 folgt die 2. Fremdsprache dann in der 6. Jahrgangsstufe. In der neusprachlichen Ausbildungsrichtung beginnt die 3. Fremdsprache (Französisch) in der 8. Jahrgangsstufe.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 gibt es für die musischen Schüler am Ende der 9. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, Latein oder Englisch abzulegen, wenn sie stattdessen das Fach Französisch als spät beginnende Fremdsprache von der 10. bis einschließlich der 12. Jahrgangsstufe belegen. Französisch als spät beginnende Fremdsprache kann im Abitur als Kolloquiumsfach gewählt werden.

Im Rahmen des Wahlunterrichts der Ganztagsschule können die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufen ihre Sprachkenntnisse erweitern: In den letzten Jahren konnte Spanisch als weitere moderne Fremdsprache angeboten werden.

Die intensive sprachliche Ausbildung am St.-Gotthard-Gymnasium ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

Seit nunmehr zwanzig Jahren nehmen die neusprachlichen Schüler am Austausch mit der Institution Sévigné und dem Lycée Beauséjour in Narbonne (Südfrankreich) teil. Über diese vom St.-Gotthard-Gymnasium organisierten Fahrten hinaus werden die Schülerinnen und Schüler von den Sprachlehrern bei individuellen Austauschprogrammen, z.B. in die USA, tatkräftig unterstützt.

*Quelle: Friedrich Schuh, Geschichte des Bayerischen Philologenverbandes Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der höheren Schulen Bayerns, Bd. 1 1863/64 – 1913/14, 2. Auflage 2000

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