Musisches Gymnasium

Sprachenfolge

E1 L1
5. Jgst. Englisch Latein
ab 6. Jgst. Englisch / Latein Latein / Englisch
Ab der 10. Jgst. kann eine der beiden Anfangssprachen durch Französisch als spätbeginnende Fremdsprache ersetzt werden


Die musische Ausbildungsrichtung des St.-Gotthard-Gymnasiums steht in einer langen Tradition der Musikpädagogik an Schulen in benediktinischer Trägerschaft. Bereits im Mittelalter wurden in Niederalteich Sängerknaben ausgebildet, die in der klösterlichen Liturgie ihren Dienst taten. Heute besteht mit den Pueri Cantores Altahensis ein Knabenchor, der nach diesem Vorbild Gottesdienste gestaltet und sich aus Schülern des Gymnasiums rekrutiert.

Die Rahmenbedingungen des Musischen Gymnasiums sind heute natürlich durch Vorgaben des Kultusministeriums gestaltet und weisen in der Intention der musikalischen Ausbildung in zwei Richtungen, die sich gegenseitig bedingen: die Ausbildung musikalischer Kompetenz durch das Erlernen eines verpflichtenden Instruments und durch gezielte Schulung der Singfähigkeit auf der einen Seite und andererseits die Förderung der Kreativität und des selbständig erfindenden Handelns in unterschiedlichen Unterrichtsformen.

Grundsätzlich unterscheidet sich also das Musische Gymnasium von anderen Ausbildungsrichtungen durch die Wahl eines Pflichtinstruments, das im Regelfall an der Schule selbst im Rahmen des Stundenplans unterrichtet wird. Auf die Instrumentenwahl wird unter INSTRUMENTE besonders eingegangen. Die Schüler spielen ihr Instrument von der 5. bis zur 10. Klasse und können es auch nach freier Wahl in der Oberstufe weiterführen und als sogenanntes Additum in die Abiturleistung einbringen. Dass instrumentales Spiel und gemeinsames Musizieren die soziale Wahrnehmung stärkt und positive Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten zeigt, ist in den letzten Jahren durch wissenschaftliche Erhebungen eindeutig belegt worden. In den zahlreichen Vorspielen vor der Klassengemeinschaft und in den Schulkonzerten, ob solistisch oder in den verschiedenen Instrumentalensembles, kommt diese Wirkweise der Musik besonders zum Tragen. Daneben stellen die Auftritte auch eine konstante Schulung im öffentlichen Auftreten dar, die ein intensives Maß an Selbstwahrnehmung und gleichzeitig ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit mit sich bringen. Dies gilt natürlich in gleicher Weise für Auftritte der Chöre, die im Musischen Zweig eine besondere Rolle spielen. Durchgängig werden die Schüler in Jahrgangsstufenchören (5-8) und später im Gemischten Chor und im Mädchenchor (9-12) stimmlich geschult und mit der Ausdrucksfähigkeit ihres Stimmorgans vertraut gemacht. Auf differenzierte und individuell angelegte Hinführung zum Singen wird dabei besonderer Wert gelegt.

Die Ausbildung musikalischer Fähigkeiten bietet den Schülern die Möglichkeit, Musik als Ausdrucksebene der eigenen Empfindungen zu entdecken. In der Unterrichtspraxis wird daher regelmäßig kreatives, eigenschöpferisches Handeln in den Fokus der Beschäftigung gestellt. Dies geschieht im regulären Unterricht, in frei wählbaren Aktivphasen in der Unter- und Mittelstufe, oder auch in Großprojekten, wie im Faschingskonzert oder in Schulopern, die in Bühnenbild und Inszenierung von den Schülern gestaltet werden. Dabei stützen sich die in der Regel alle zwei Jahre durchgeführten Schulopernprojekte auf die fächerübergreifende Kooperation der Fachschaften Musik und Kunst, die sich auch bei der musikalischen Umrahmung der vielfältigen Ausstellungsaktivitäten innerhalb und außerhalb unserer Schule bewährt hat.

Die Entwicklung technischer Fertigkeiten und die Herausbildung von Vertrautheit mit dem eigenen schöpferischen Potential bilden so im Musischen Zweig eine Verbindung, die zu einem vertieften Erleben von Musik führt, zu einem vertieften Erleben der eigenen Gefühlswelt, der eigenen Persönlichkeit.

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