Einblicke in soziale Einrichtungen – Dokumentation im Schuljahr 2013/14

Neun Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrganges haben in der Aula des St.-Gotthard-Gymnasiums vor Cellerar und Prior Frater Dr. Vinzenz Proß und Pater Ratmund Kulman, dem Schulreferenten der Diözese Passau, Ordinariatsrat Dr. Eggerl, Eltern, Lehrerschaft, Sponsoren und Vertretern der sozialen Einrichtungen ihre Reportagen zum P-Seminar-Thema „Soziales Handeln im ländlichen Raum" vorgestellt.

Jana Wiese, Stephanie Müller, Laura-Sophie Frank, Laura Minasi, Johannes Hagenah, Jana Rohde, Dennis Hezinger, Quirin Schwaiger und Vera Ebner widmeten sich in ihrem P-Seminar Katholische Religion mit ihrem Lehrer Alfred Hüttinger der ethischen Kompetenz. Wo ist in unserer Gegend das soziale Engagement institutionalisiert, wie wird es umgesetzt? Die Schüler setzten sich mit der Thematik intensiv auseinander und besuchten während des ersten Teils des Seminars Zentren des sozialen Handelns. Ihre Erfahrungen fassten sie in einer 72-seitigen Dokumentation zusammen. Im weiteren Verlauf des Seminars erlernten die Schüler Grundzüge des Grafikprogramms InDesign, mit dem sie die Broschüre erstellten.

Jana Wiese besuchte die Psychologisch-Systemi¬sche Jugendhilfe Annaberg Osterhofen. Drei asylsuchende junge Männer sind der Einladung gefolgt und sitzen zusammen mit der Geschäftsführerin Sonja Schmidbauer in der Aula des Gymnasiums. „Für die Jungs ist dies eine besondere Ehre, hierher eingeladen worden zu sein. Dass sie an ein Gymnasium eingeladen werden, passiert sonst nie" erklärt Frau Schmidbauer. Ismael, einer der Jungen, stammt ursprünglich aus Afgha¬nistan, lebte auch schon in Pakistan und spä¬ter im Iran. Bedroht von der Verfolgung seines Volks¬stammes, der Hazara, floh er - ganz auf sich allein gestellt - vor gut einem halben Jahr aus seiner Heimat. „Meine Flucht war sehr schwierig, ich setzte mit ei¬nem kleinen Boot von der Türkei nach Griechenland über", beschreibt Ismail sei¬ne gefährliche Reise. Jana Wiese ist es gelungen, mit dem gelernten Teppichknüpfer ins Gespräch zu kommen. „Normalerweise reden sie nicht gerne über sich selber, aber ich habe mich sehr gefreut, dass sie mich ein wenig an ihrer Geschichte und ihrem Leben teilhaben ließen. Eingemündet sind die Erfahrungen in dem Artikel „Friede, Freude, Falafel", der als eine der Reportagen in der Dokumentation zu finden ist.

Stephanie Müller beschreibt in ihrem Text „Zeit zum alt werden bleibt nicht" das Engagement von Schwester Maria Goretti vom Kloster Altenmarkt für Bedürftige in der Ukraine und Sibirien. „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben" ist der Titel der Reportage von Laura-Sophie Frank. Sie war auf der Palliativstation des Donau-Isar Klinikums Deggendorf und beschreibt die Arbeit des Pflege¬personal wie auch der Therapeuten und war mit Patienten im Gespräch. Gerade auf dieser Station des Klinikums ist das Schicksal der Patienten meist ernüchternd: vom Krebs zerfressene Kno¬chen oder Organe, die ein normales Leben unmöglich machen, nicht mehr hei¬lende Wunden und enorme Schmerzen. Frau Frank beschreibt wie es die Palliativstation schafft, „den Alltag der Patienten mit mehr Freude zu füllen".

Einem ganz anderes Gebiet des sozialen Engagements hat sich Laura Minasi gewidmet: Der freie Waldorf-Kindergarten Deggendorf. Sie beobachtete Kinder beim Spielen und ließ sich von Marianne Kristahn die Waldorf-Pädagogik erklären. Johannes Hagenah beschreibt in „Wenn Liebe zum Alltag wird" den Tagesablauf an der St.-Notker-Schule in Deggendorf. Er begleitete dazu die Kinderpflegerin Katrin Preikschas. „Als Kinderpflegerin muss man flexibel sein und darf keine Angst vor körperlicher Nähe haben. Dennoch ist es ein Traumjob, da die Kinder einem so viel Liebe und Freude zurückgeben, dass man auch nach einem noch so anstrengenden Tag mit einem Lächeln und einer positiven Einstel¬lung in den wohlverdienten Feierabend geht" resümiert Herr Hagenah die Erfahrungen der Kinderpflegerin.

Die Sparte Bogensport des TSV Natternberg 1968 e.V. war Ziel von Jana Rohde. Obwohl Statistiken des Deutschen Schützenbun¬des zufolge den Schützenvereinen die Jugend davonläuft, ist der TSV Natternberg von diesem Trend verschont geblieben. Jana Rohde besuchte die Trainer und wollte der Aussage „Wir brauchen keinen Jugendsprecher!" auf den Grund gehen. Zusammengefasst hat sie ihre Ergebnisse in einem achtseitigen Dokument. „Der Medicus von Osterhofen" – so der Titel von Dennis Hezinger und seinen Beobachtungen in der Praxis von Dr. Günter Müller, einem Allgemeinarzt in Osterhofen. „Seitdem ich ein kleiner Junge war, bin ich schon bei Dr. Müller. Es freut mich besonders, nun über seine Arbeit und seine Art, mit Menschen umzugehen, berichten zu können", beschreibt Hezinger seine Motivation.

Quirin Schwaiger hat sich der Thematik „Technik für Kinder" gewidmet. Er begleitete zwei Tutoren, eine 17-jährige, auszubildende Elektronikerin für Betriebs¬technik und einen 18-jährigen, auszubildenden Mechatro¬niker an der Grundschule in Viechtach. „Mit Zuckerbrot und Peitsche" beschreibt den Arbeitsalltag von Christine Süß, einer Lehrerin an der Mittelschule in Hengersberg. Begleitet wurde die Pädagogin von Vera Ebner in einer 7. Klasse.

Der Schulreferent der Diözese Passau, Ordinariatsrat Dr. Hans-Peter Eggerl, zeigte sich erfreut über die gelungene Dokumentation. Dr. Eggerl lobte auch das hervorragende Layout, welches federführend von Jana Wiese gestaltet wurde. Erfreulicherweise haben Dr. Eggerl wie auch Landrat Christian Bernreiter ein Grußwort zur Broschüre verfasst.

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