Vortrag „Mein Flug an Bord von SOFIA" am Montag, den 28.11.2016, am St.-Gotthard-Gymnasium in Niederalteich

Das Stratosphären Observatorium SOFIA ist eine fliegende Sternwarte, die von der amerikanischen NASA und dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam betrieben wird. Es ist eines der wenigen Großforschungseinrichtungen, bei denen man direkt bei den Versuchen zusehen kann. Auf einem seiner Forschungsflüge waren vier Lehrkräfte aus Deutschland mit an Bord, darunter Robert Heydenreich vom

St.-Gotthard-Gymnasium Niederalteich, einer SOFIA-Partnerschule. Auf dem fast zehnstündigen Flug konnten die Lehrer den Ingenieuren, Wissenschaftlern und Piloten bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken, über deren Tätigkeit sprechen und tiefe Einblicke in ihre Aufgabengebiete erlangen.

SOFIA ist ein Flugzeug-Teleskop, das astronomische Objekte im sichtbaren und Infrarot-Bereich erforschen kann. Besonders wichtig sind die Infrarot-Detektoren, die einen Blick auf Sternentstehungsgebiete zulassen und häufige chemische Elemente erfassen können. So können nicht nur Momentaufnahmen, sondern auch Vorgänge im Weltall beobachtet werden, die von der Erde aus verborgen bleiben.

Das Teleskop „blickt" immer quer zum Rumpf des Flugzeugs, wobei die Winkelhöhe über dem Horizont variabel ist. Die Ausrichtung auf das Beobachtungsobjekt gibt somit die Richtung und die Route des Fluges vor, wobei die Teleskoplagerung kleine Wackelbewegungen des Flugzeugs ausgleichen kann, Die Flugsicherung kann also nicht, wie üblich, den Flugweg vorgeben. Weil der Luftraum wesentlich freier ist, werden die Beobachtungsflüge meist von Kalifornien (USA) aus durchgeführt. Durch das Wüstenklima bieten sich schon am Boden ideale Voraussetzungen für gelungene Beobachtungen. Da sich die Erde unter dem Sternenhimmel dreht, muss der Flugplan einschließlich des Starts minutengenau eingehalten werden. So können alle geplanten Objekte beobachtet werden und das Flugzeug landet anschließend wieder auf dem Heimatflughafen.

Während des Forschungsfluges, an dem Herr Heydenreich teilnahm, war das FIFI-LS am Teleskop montiert, also das Field-Imaging-Far-Infrared Line Spectrometer. Dieses zehn Millionen Euro teure Gerät vereint in sich die beiden Messprinzipien der Astronomie. Es kann im fernen Infrarot-Bereich gleichzeitig Bildpunkte (Kamera) und die Farbverteilung (Spektrallinien) einer Lichtquelle aufnehmen. Dafür wird es während des Fluges mit flüssigem Helium gekühlt, ein aufwändiges Verfahren also, das aber sehr genaue Messungen erlaubt. So ist derzeit SOFIA das weltweit beste Infrarot-Teleskop.

In den Unterrichtsstunden von Herrn Heydenreich können die Schüler des St.-Gotthard-Gymnasiums von den Eindrücken des Fluges profitieren, die eine praktische Anwendung der unterschiedlichsten Aspekte der Physik darstellen, wie z.B. Optik, Wärmelehre, Mechanik, und das elektromagnetische Spektrum.

Herr Heydenreich wird am Montag, den 28.11.2016, um 19:00 Uhr am St.-Gotthard-Gymnasium Niederalteich im Neubau Physik über die Eindrücke auf diesem Flug berichten. Die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen.

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