Projekttag der 8. Jahrgangsstufe zum Thema Klimawandel

Für den ersten Klimatag am Gymnasium Niederalteich konnten von Geographielehrer Stephan Kokott hochrangige Experten gewonnen werden. Der Kontakt zu Prof. Dr. Johann Stötter, einem führenden Geographen der österreichischen Klimawandelforschung an der Universität Innsbruck und Initiator des Projektes „k.i.d.Z.21 – kompetent in die Zukunft", war durch eine Initiative des Elternbeirates des St.-Gotthard-Gymnasiums zustande gekommen. Außerdem begrüßte Schulleiter Johann Lummer Lara Lütke-Spatz, die als Koordinatorin des Netzwerks "Hochschulen für nachhaltige Entwicklung" in Bayern an der Katholischen Universität Eichstätt und an der LMU München tätig ist, und Prof. Dr. Dieter Anhuf, der an der Universität Passau forscht und lehrt. Schulleiter Johann Lummer empfahl, sich der Komplexität des Themas Klimawandel bewusst zu werden, achtsam mit Ressourcen umzugehen und damit den Planeten Erde auch für zukünftige Generationen zu bewahren.

85 Schüler der 8. Jahrgangsstufe hatten im Rahmen des Projekttages erstmals die Gelegenheit, ihren Einblick in das Phänomen des Klimawandels durch interessante Referate zu den Themen „Klimawandel – natürliche Steuerung vs. menschliche Eingriffe" und „Die Rolle der Jugendlichen beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels" zu erweitern und in den anschließenden Gruppendiskussionen ihre eigene Meinung einzubringen.

Prof. Dr. Anhuf informierte zunächst mit Tabellen und Grafiken über den Verlauf des Klimawandels. Infolge der Dürre – und der damit verbundenen Hungerkatastrophe in der afrikanischen Sahelzone – gewann Anfang der 1970er Jahre das Problem der fortschreitenden Wüstenbildung immer stärker an Bedeutung. Bei der 1977 im kenianischen Nairobi erstmals abgehaltenen Klimakonferenz gelangte man zu der Einsicht, dass die menschlichen Eingriffe in die Natur mit Schuld an dieser Veränderung des Klimas seien. Niederschlagsrückgang und steigende Durchschnittstemperaturen würden u.a. durch vermehrten Ausstoß von Kohlendioxid verursacht, das durch den Einsatz von fossilen Energieträgern freigesetzt werde.

Wenig dramatisch sei es, dass die Apfelblüte, die 1960 130 Tage nach Jahresbeginn registriert wurde, jetzt schon nach 120 Tagen beginne. Eindrucksvoll schilderte Anhuf aber den Anstieg des Wasserpegels in den Weltmeeren um 20 cm durch Abschmelzen des Polareises: „Den Hamburgern würden da schon die Füße nass". Bilder von Gletscherschmelzen in den Gebirgen unterstrichen die Folgen von steigenden Temperaturen. Anhuf konnte aber auch beruhigen: Der Klimawandel sei auch ein ganz natürlicher Vorgang und erfordere Anpassung. Der Prozess an sich sei nicht aufzuhalten, er solle aber auch nicht durch unvernünftiges Verhalten bei Energieverbrauch und durch Umweltverschmutzung gefördert werden.

Prof. Dr. Sötter betonte, dass es in den Händen der Jugendlichen liege, durch Verhaltensänderung und Beeinflussung ihrer Umgebung den Klimawandel abzumildern. Das 21. Jahrhundert sei das Jahrhundert der Grand Challenges, der großen Herausforderungen, das Jahrhundert der Anpassung und Transformation beim Energieverbrauch in bestimmten Lebensbereichen wie Wohnen, Mobilität und Ernährung.

Das Bewusstsein bei der Bevölkerung - und hier besonders bei Jugendlichen - müsse geschärft werden für die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels. Die Akzeptanz für die nötigen Handlungen, Kompetenzen, Handlungsbereitschaft und -fähigkeit sollen gestärkt werden. Ein anderer Lebensstil und effizientere Technologien müssten entwickelt werden.

Frau Lütke-Spatz zeigte den Schülern mögliche Handlungsfelder auf, wie z.B. Wohnen, Verkehr, Energieverbrauch und vor allem Ernährung. Sie erklärte an verschiedenen Beispielen, dass die Energiebilanz bei vegetarischer Ernährung wesentlich besser ist, als wenn man Fleisch isst, weil die Rinder ja viel Energie in Form von Getreide konsumieren und zusätzlich noch große Mengen des Treibhausgases Methan produzieren. Die Schüler wurden von ihr in die Diskussion einbezogen und bewiesen erstaunlich viel Hintergrundwissen.

Als Fazit der Gesprächsrunde in verschiedenen Gruppen kann man festhalten: Der Klimawandel ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Nur ein Umdenken und damit eine Veränderung auch in der persönlichen Lebensführung haben positive Auswirkungen auf dieses Phänomen.

Der Klimatag war der Auftakt zu einer geplanten engeren Zusammenarbeit des St.-Gotthard-Gymnasiums mit den geographischen Fakultäten der Universitäten Passau und Innsbruck, aus der in näherer Zukunft weitere Projekte, eventuell auch verbunden mit Exkursionen in die Alpen, entstehen sollen.

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