Freundlicher Tag in Prag

„Herzlich willkommen, St.-Gotthard-Gymnasium Niederalteich“ – so stand es auf einem Schild im Treppenhaus eines herrschaftlichen Hauses mitten in der Altstadt von Prag. Es war nicht irgendein Haus. Es war die Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik im Palais Chotek, auch „Haus zur goldenen Melone“ genannt. Und genau so freundlich und herzlich sollte es den ganzen Tag weitergehen. 33 Schüler des St.-Gotthard-Gymnasiums waren auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen des Programms „Lernort Staatsregierung“ in Prag zu Besuch.


Der stellvertretende Leiter der Repräsentanz, Christopher Vickers, stellte die Hauptaufgaben seines 2014 von Ministerpräsident Horst Seehofer eröffneten Hauses dar. Neben der Intensivierung von wirtschaftlichen und politischen Kontakten ist dies auch die Förderung des gegenseitigen Kennenlernens zwischen Tschechien und Bayern auf kultureller Ebene.


Jan Šícha gab einen äußerst fundierten und interessanten Einblick in die Entwicklung der bayerisch-tschechischen Beziehungen seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ und auch aus der Zeit des kommunistischen Regimes. Der hochrangige Berater des tschechischen Ministerpräsidenten und Zeitzeuge erläuterte tiefgründig aber auch auf humorige Art Hintergründe der politischen Arbeit der Bayerischen Staatsregierung gegenüber Tschechien. Ob er Angst habe vor dem scheinbaren Rechtsruck in manchen europäischen Ländern, wurde Šícha gefragt. „Angst hatte ich im Kommunismus. Ich habe eher die Befürchtung, dass die Dummen mancherorts die Oberhand gewinnen könnten“. Der Gründungsdirektor der tschechischen Repräsentanz in München ging geduldig auf die vielen Schülerfragen ein. Und diese lauschten äußerst konzentriert den Erklärungen des Historikers, Journalisten und Diplomaten Šícha.


Bei böhmischen Knödeln und weiteren tschechischen Spezialitäten konnten sich die jungen Gymnasiasten stärken und die Pause im Nebenraum des Empfangssaales unter Kronleuchtern genießen. Sabine Lauterbach und Beate Michl von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit hatten die Veranstaltung organisiert und waren ebenfalls vor Ort. Sie freuten sich nach der Mittagspause ebenso wie die Schüler auf die „tschechische Sprachanimation“ durch zwei Vertreter der Organisation „tandem“. Diese hatten sichtlich Spaß, den Deutschen ihre Muttersprache ein wenig näher zu bringen. Nach dem Eintrag in das Gästebuch der Repräsentanz konnten die erlernten Sprachkenntnisse bei einem Rundgang durch die Altstadt von Prag gleich ausprobiert werden.


„Die Fahrzeit von insgesamt knapp acht Stunden hat sich auf alle Fälle gelohnt“ sind sich die begleitenden Lehrer, Katharina Sextl und Alfred Hüttinger, einig. „Passend dazu hat ja einen Tag später ein erster bayerisch-tschechischer Bahngipfel in Furth im Wald mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt stattgefunden“. Ziel des Gipfels war, in Zukunft die Fahrzeit nach Prag aus Bayern zu verkürzen. „Dem können wir natürlich nur zustimmen. Denn der Besuch in Prag mit dem hochwertigen Programm sollte unbedingt wiederholt werden“, sind sich Betreuungslehrer und Schüler einig. Ein freundlicher Tag in Prag – da auch das Wetter noch mitspielte und die Besucher keinen einzigen Regentropfen abbekamen, während in weiten Teilen Mitteleuropas Dauerregen herrschte.

 

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