P-Seminar Geographie erforscht das Einzugsgebiet der Schule

Woher kommen die Schüler? Wie groß ist das Einzugsgebiet des Gymnasiums? Gibt es Gemeinden, aus denen besonders viele Schüler kommen, und wie lässt sich das Einzugsgebiet anschaulich in einer Landkarte darstellen? Das waren die Fragen, mit denen sich die 16 Schüler des P-Seminars Geographie auseinandersetzten.

Zunächst wurden alle ungefähr 735 Schülerinnen und Schüler der 5. bis 12. Jahrgangsstufen nach ihren Heimatgemeinden gefragt und aus den Daten wurden Tabellen erstellt. Recht schnell wurde den Seminarteilnehmern jedoch klar, dass es nicht einfach werden würde, aus den Tabellen eine anschauliche graphische Darstellung anzufertigen.

Tatkräftige und kompetente Unterstützung fanden sie schließlich bei Prof. Dr. Roland Zink von der Technischen Hochschule Deggendorf, der sich mit Raumwissenschaften und Geographischen Informationssystemen (GIS) beschäftigt. Er erklärte sich sofort bereit, den Schülerinnen und Schülern bei der Umsetzung ihres Vorhabens zu helfen. Er kam dazu mehrmals an das St.-Gotthard-Gymnasium und erläuterte den Seminarteilnehmern, wie geographische Informationssysteme, die als zentraler Bestandteil von Navigationssystemen, im Mobilfunk und Internet eine große Rolle in unserem Alltag spielen, funktionieren.

Die Tabellen mussten zunächst nach Postleitzahlen geordnet werden, dann wurden sie mittels GIS-Software mit einer digitalen Karte von Niederbayern verknüpft. Der letzte Schritt war dann die graphische Gestaltung, das heißt, die Auswahl der Farbskala und die Entscheidung, wie viel Information die Karte enthalten muss beziehungsweise darf, um anschaulich und übersichtlich zu sein. Sowohl bei der Bearbeitung der Daten als auch bei der Erstellung und Gestaltung der Karte stand Prof. Dr. Zink den Schülern mit großer Geduld und noch größerem Fachwissen zur Seite.

Die Karte des Einzugsgebietes des St.-Gotthard-Gymnasiums zeigt in Abstufungen von Rot und Orange die Gemeindegebiete, aus denen sehr viele Schülerinnen und Schüler kommen. Das sind im Landkreis Deggendorf Niederalteich, Hengersberg, Deggendorf und Osterhofen mit jeweils 49 bis 98 Schülern, Plattling, Schöllnach und Winzer mit jeweils 25 – 48 Schülern, sowie Moos, Auerbach, Lalling und Hunding mit jeweils 13 bis 24 Schülern. Auch aus dem nördlichen Landkreis Passau (Hofkirchen, Eging am See und Fürstenstein) und aus dem Gemeindegebiet Kirchberg im Wald im südlichen Landkreis Regen besuchen relativ viele Schüler das Gymnasium in Niederalteich. In Grün und Blau sind diejenigen Gemeinden gekennzeichnet, aus denen 7 bis 12 beziehungsweise 6 und weniger Schüler kommen. Das sind die Randgebiete des Landkreises Deggendorf und an den Landkreis Deggendorf angrenzende Gebiete der Nachbarlandkreise.

Im Norden reicht das Einzugsgebiet des St.-Gotthard-Gymnasiums bis nach Regen im gleichnamigen Landkreis, im Süden bis Beutelsbach im Landkreis Passau. Die östliche Grenze des Einzugsgebietes bildet Saldenburg im Landkreis Freyung-Grafenau, die westliche Landau an der Isar.

Deutlich ist der Zusammenhang zwischen der Anzahl der Schüler, die den täglichen Weg nach Niederalteich zurücklegen, und der Qualität der Infrastruktur zu erkennen. So kommen zum Beispiel viele Schüler aus den Gemeinden entlang der Autobahn A3 und der Bundesstraße B533.

Insgesamt war es für alle an dem Projekt Beteiligten eine Überraschung, wie groß das Gebiet ist, aus dem die Schüler kommen. Wenn täglich bis zu einstündige Fahrtzeiten für den einfachen Schulweg in Kauf genommen werden, dann ist das sicherlich als Bestätigung für die Qualität des St.-Gotthard-Gymnasiums und für das gute Schulklima zu verstehen.

Für die Zukunft ist geplant, die Karte in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren und die Buslinien einzuzeichnen und eine entsprechende Karte mit den Heimatgemeinden der Lehrer wäre sicher ebenfalls interessant.