Schülerakademie 2022 – Freizeit- und Nachhilfeangebot in den Pfingstferien

Seit dem Schuljahr 2017/2018 gibt es am St.-Gotthard-Gymnasium in den Osterferien die Schülerakademie zum einen als ein Freizeitangebot für unsere daheimgebliebenen Schülerinnen und Schüler, zum anderen auch als ein Angebot, um im Rahmen des Projekts „Schüler helfen Schülern“ Unterrichtsinhalte der Hauptfächer nochmals zu vertiefen. Da in den letzten beiden Schuljahren aufgrund der Pandemiemaßnahmen in den Osterferien keine Veranstaltungen möglich waren, wurde die Schülerakademie – in der Hoffnung auf geringere Ansteckungsrisiken in der wärmeren Jahreszeit – in diesem Schuljahr für die Pfingstferien geplant. Im Bereich des Freizeitangebots konnten die Schülerinnen und Schüler aus den folgenden Programmpunkten wählen:

Am Dienstag, 14.6.2022, den Workshops „Selbstbehauptung“ und „Rund ums Pferd“ und einem abendlichen Besuch der Sternwarte Winzer mit Vortrag, Planetarium und Teleskopbeobachtung – bei diesem Programmpunkt waren auch die Eltern und Geschwister mit eingeladen, am Mittwoch, 15.6.2022, ein Schachturnier, und am Freitag, 17.6.2022, den Workshop „Imkern“. Da Aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl das Schachturnier nicht sinnvoll hätte durchgeführt werden können, musste dieser Programmpunkt leider entfallen. Die übrigen Veranstaltungen erfuhren jedoch eine gute Resonanz, so dass an dieser Stelle in ein paar kurzen Artikeln berichtet werden kann.

Workshop „Selbstbehauptung“

Wie kann man sinnvoll in einer brenzligen Situation reagieren, wenn man beispielsweise unangenehm, unvermittelt und aggressiv angegangen wird? Wie kann man sich schützen, wenn man gestoßen oder geschubst wird? Wie kann man sich einer solchen Gefahr entziehen? Um die angreifende Person auf Abstand zu halten, sollte man sich ihr mit gehobenen Händen entgegenstellen und ihr deutlich und bestimmt „Stopp, lass mich in Ruhe!“ entgegenrufen. Ein selbstbewusstes Auftreten verunsichert den Angreifer und kann ihn bereits abschrecken. Davor nicht zurückzuschrecken, ja sich das zu trauen, ist nicht einfach. Wird man geschubst und ist überrascht, dann darf man nicht starr verharren, da man sonst weggestoßen wird. Man sollte weich und locker bleiben, sich wegdrehen und dabei auf einen sicheren Stand achten, die Energie des Angreifers weiterfließen lassen, sodass sie „verraucht“. Hält man dabei die schubsende Hand noch mit der eigenen Hand am eigenen Körper fest, dann gerät der Angreifer aus dem Gleichgewicht. Und wie sollte man sich verhalten, wenn gar zwei oder drei Gegner auf einen losgehen? In spielerischer Weise und zum Teil mit schützenden Kissen – um nicht aus Versehen einen „bösen“ Treffer einzustecken – wurden unter der fachkundigen Anleitung von Sensei Marius Barbu von der Kampfkunstschule Geiger Methoden zur Selbstverteidigung eingeübt. Fünf Jungen aus der Unterstufe hatten sich zu diesem Kurs angemeldet und dann auch in der zweiten Woche der Pfingstferien am Dienstagvormittag in der neuen Turnhalle des Gymnasiums eingefunden. In Zweier- und Dreiergruppen wurde mit viel Einsatz trainiert. Neben Kenntnissen zum richtigen Armeinsatz, die der Karatelehrer den fünf Schülern vermittelte, arbeitete er mit ihnen auch an einer die Verteidigung sinnvoll unterstützenden Beinarbeit. Zum Schluss aber auch der Appell, sich in bedrohlichen Situationen in erster Linie eher defensiv zu verhalten, um den gewaltsamen Konflikt zu vermeiden. Wenn das aber nicht gelingt und man zum Ziel eines tätlichen Angriffs wird, sollte man doch bestmöglich reagieren können – es geht immerhin um die eigene Gesundheit.

Workshop „Rund ums Pferd“

Wie kann man Durchsetzungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt und Teamwork lernen? Im Umgang mit Pferden! Um diesen zu pflegen, fanden sich am Dienstag in der zweiten Woche der Pfingstferien vormittags Schülerinnen der 6. und 7. Jahrgangsstufe bei Frau Susanne Morawietz auf dem Hof ein. Die vier Mädchen beschäftigten sich mit Halftern, Anbindeknoten, Aufzäumen, Führen, Pferdeausbildung und Unfallverhütung. Natürlich gehörte Putzen auch dazu! Und mit ein bisschen Übung konnten auch schwierige Aufgaben gemeistert werden, wie z.B. Stute Jacky rückwärts durch engstehende Pylonen geschmeidig zu dirigieren. Danke Mädels, es war ein herrlicher Tag mit Euch!

Besuch der Sternwarte Winzer

Für den Besuch der Sternwarte Winzer hatten sich 15 Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Jahrgangsstufe angemeldet. Mit Eltern und einem Geschwisterkind fanden sich am Dienstagabend bis 20.00 Uhr insgesamt 33 Besucherinnen und Besucher auf dem Pledlberg bei Winzer an der Sternwarte ein. Nach einer kurzen Begrüßung im Freien wurden schnell zwei etwa gleichgroße Gruppen gebildet. Eine Gruppe sammelte sich im Hörsaal. Dort referierte Prof. Dr. Robert Geigenfeind von der THD über unser Planetensystem. Im Zentrum befindet sich ein Stern, die Sonne, was macht sie aus? Und dann geht es Planet für Planet bis zu den Zwergplaneten immer weiter nach außen. Unsere Erde und insbesondere der Mond werden genauer betrachtet. Weitere Himmelskörper sind zum Beispiel Kometen – wie ist das mit dem Kometenschweif? Herr Geigenfeind präsentiert viele interessante Informationen, auch zu unserer Milchstraße, einer Spiralgalaxie – in einem der Spiralarme, relativ weit außen liegt unser Sonnensystem. Zuletzt zeigt er eine Aufnahme eines Weltraumteleskops. Nur ein kleiner Bereich des Universums ist hier abgebildet und doch wird ein Blick eröffnet auf unzählig viele Galaxien, die sich alle unendlich weit entfernt im All befinden. Derweil erfuhr die zweite Gruppe im Planetarium einiges über Sternbilder und den Tierkreis. Herr Sigmund Leitl veranschaulichte die Ekliptik, zeigte im Zeitraffer, dass unser jetziger Polarstern in einigen Tausend Jahren nicht mehr in der Verlängerung der Erdachse stehen wird, und ging auch auf die Fragen der im Kreisrund auf bequemen Sesseln sitzenden Zuhörerinnen und Zuhörer ein. Nach etwa 45 Minuten gab es eine kurze Pause im Freien und die Gruppen wechselten. Eine Dreiviertelstunde später folgte die nächste Pause. Mittlerweile war es auch finster genug. In der wolkenfreien Nacht ging der Vollmond hell am östlichen Horizont auf. Schön zu sehen und mit dem Teleskop gut zu beobachten war er dann etwa gegen 22.00 Uhr, nachdem er endlich ganz aus dem Wald aufgetaucht war. Herr Gerhard Dietrich richtete das Fernrohr entsprechend aus und so konnten beim Blick durchs Okular schöne Details und am linken Rand der uns zugewandten Mondseite auch einige Krater und Berge entdeckt werden. Ein schöner und durchaus spannender Abend voller interessanter Eindrücke bleibt in Erinnerung.

Workshop „Imkern“

Am Rand des Schulgeländes umringt von zahlreichen Bäumen und Sträuchern finden sich drei neue Bienenstände, die erkundet, aber auch gepflegt werden wollen. Schülerinnen und Schülern aus der fünften, der sechsten und der siebten Jahrgangsstufe hatten sich am 17. Juni 2022 für das Programm der Ferienakademie zum Thema „Imkern“ angemeldet, sodass sich eben dort am Vormittag eine Gruppe von sieben Kindern bei Herrn Walter Müller zusammenfand.

Vor dem Einsatz an den Bienenvölkern traf man sich in einem Klassenzimmer für eine kurze theoretische Einführung. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler bereits ihr Knowhow zu Insekten rund um Biene, Wespe, Hummel und Co unter Beweis stellen. Herr Müller ergänzte den Theorie-Part anschaulich durch Erläuterungen zu Beutenaufbau des Bienenkastens und Lebensweise der Honigbiene als staatenbildende Insekten samt deren unterschiedlichen Aufgaben, die zum erfolgreichen Miteinander innerhalb eines Volkes wesentlich beitragen.

Schon beim Herangehen hörte die Gruppe das Summen und Brummen der fleißigen Bienchen. Fachgerecht wurden alle mit Imkeranzügen und Ausrüstung versehen. Am Bienenstand angekommen war Fingerspitzengefühl gefragt: Jeder Teilnehmer durfte die Rähmchen vorsichtig aus den Zargen heben und untersuchen. Dabei stellten die Kinder schnell fest, dass es unterschiedliche Rähmchen gibt. Auf der Suche nach der Bienenkönigin kam es zu so mancher Verwechslung mit den größeren Drohnen.

Nach einem arbeitsintensiven Einsatz an den Kästen kam eine kleine Stärkung ganz gelegen. Was konnte da besser geeignet sein als Brote, belegt mit frisch geschleudertem Honig? Gestärkt waren die Schülerinnen und Schüler dann bereit für den letzten Teil des Ferienprogramms, der Faszination Bienenschwarm. Der Gruppe war nämlich nicht klar, dass die Arbeit des Imkers nicht nur aus der Ernte des Honigs besteht, sondern auch darin, für Wabenhygiene und ausreichend Raum im Volk zu sorgen. Nach einem abschließenden Plausch ging ein kurzweiliger Vormittag zu Ende.

Nachhilfe

Daneben wurde von Unterstufenbetreuerin Katharina Oberneder an drei Tagen, vom 13. bis zum 15.6.2022 die Möglichkeit der Nachhilfe, insbesondere auch zur Aufarbeitung von Lücken in den Kernfächern organisiert und koordiniert. Das Angebot, das für die einzelnen Fächer an jedem der drei Tage im Online-Format in 90-minütigen Lerneinheiten möglich gewesen wäre, konnte allerdings diesmal wegen zu geringer Nachfrage nur im Fach Mathematik angeboten werden. 

 

Walter Müller/Susanne Morawietz/Wittich Winkler

Etwas außer Puste, aber doch sehr gut gelaunt – die fünf Jungen nach zwei Stunden Training mit Sensei Barbu.

Stute Jacky mit vier von ihr begeisterten Mädchen, eingerahmt von Frau Morawietz und ihrer Tochter Stella.

Im Planetarium.

Das aus siebzehn Einzelbildern zusammengesetzte Bild, das Herr Dietrich (Sternwarte Winzer) anfertigte, zeigt die Ansicht gegen ca. 23.30 Uhr. Gut zu erkennen sind beispielsweise der Kopernikus Krater (halbrechts, etwas oberhalb von der Mitte) und die Krater Grimaldi (rechts, fast am Rand) und Tycho (eher unten, etwas links von der Mitte).

Herr Müller mit einer Kiste mit einigen frisch geernteten vollen Honigwaben und leeren Austausch-Mittelwände.