Waldkonzert auf der Rusel

Zum Waldkonzert auf der Rusel hatte das Forstamt Deggendorf zum Ort der Stille auf der Rusel geladen. Instrumentalistinnen und die Iuvenes Cantores des St.-Gotthard-Gymnasiums musizierten vor der faszinierenden Kulisse der Stummfelsen, die wie ein natürliches Amphitheater in den Waldhang eingebettet sind.

Passenderweise eröffnete Sophia Eichinger auf der Flöte mit einem Solostück von Debussy das Konzert. Gerade Debussys Musik ist in hohem Maß von Naturklängen inspiriert und fügte sich ein in die leisen Waldgeräusche. Die Lieder der Iuvenes stammten ebenso aus dem Themenkreis Natur. Dazwischen traten Anna Sebastian (Geige), Hannah Eckl (Geige), Franziska Segl (Klarinette), Anna-Lena Olschak (Gitarre) und Svenja Klein (Gitarre, Gesang) mit Solobeiträgen auf.

Der Eindruck einer hochromantischen Veranstaltung, die mit dem Motiv des Waldes als Zauberort, als geheimnisvoller Zone spielt, wurde kontrastiert durch drei Lesungen, die einen realistischen Blick auf die Waldszenerie warfen. Der Wald leidet besonders unter dem Klimawandel. Das empfindliche Ökosystem gerät durch die ansteigenden Temperaturen ins Ungleichgewicht, Baumarten erkranken und müssen abgeholzt werden. Insofern gestaltete sich das Waldkonzert als spannungsreiche Veranstaltung, in der dem verklärenden Blick auf die Natur eine kritische Bestandsaufnahme aus Sicht der Forstwissenschaft entgegengestellt wurde.

Bernhard Falk