„akademietag“ der Oberstufe zum Fest des Hl. Benedikt: Die Seele ausrichten

Das St.-Gotthard-Gymnasium in Trägerschaft der Benediktiner Niederaltaich lädt jedes Jahr die Oberstufe zu einem Akademietag ein, um den Hl. Benedikt wie auch Mönche und das Klosterleben besser kennen zu lernen.

Nach der Coronapause konnte nun Abt Marianus wieder seinen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten erklären, wie es gelingen kann „die Seele zu trainieren“. Passend zum Leitmotiv der Benediktiner „Ora et labora et lege“ erklärte Abt Marianus, dass der Mensch eine Leib-Geist-Seele Einheit sei. Vor allem in der Schule werde das Geistige gepflegt, die geistige Nahrung. Ähnlich wie es hier und auch bei der leiblichen Übung eine Kontinuität brauche, um erfolgreich sein zu können, brauche auch die Seele eine kontinuierliche Übung. Mönche würden dies insbesondere im Gebet, der Meditation und in der Schriftlesung sowie in der Stille üben. Es gelte, der Sehnsucht des Menschen Raum zu geben und als Haltung einzuüben. Ausgehend von Gott als dem großen Unbekannten, „Gott ist das große X, da es kein direktes Verständnis von Gott gibt“, machte sich Abt Marianus Gedanken, dass man im Mönchtum sich mit der Sehnsucht langsam an dieses Geheimnis heranspüren könne. „Gott ist Verheißung, Fülle. Und dies korrespondiert mit der Grundkraft des Menschen, der Sehnsucht. Und wir Mönche versuchen diese Sehnsucht auf das Geheimnis auszurichten“, so der Abt.

Im Anschluss konnten sich die Schüler in zwei von vier angebotenen Workshops eintragen: „Warum ins Kloster eintreten?“ besprach Frater Eckhart, der erst vor Kurzem dem Benediktinerorden beigetreten ist. Frater David beleuchtete das „Mönchtum im Mittelalter“, Kandidat Karl-Heinz übte mit den Schülerinnen und Schülern Meditation und Pater Quirin zeigte „Lost Places“ des Klosters und stieg bis in den Dachboden und auf die Glockentürme. Ein gemeinsames Mittagsgebet beendete den Akademietag.

„Bitte mehr Zeit“, „Wiederholungsbedarf“ und „Schöne, entspannte Runde“ waren nur ein paar der abgegebenen Rückmeldungen der Schüler. Die Seele darf also gerne weiter ausgerichtet werden.

Alfred Hüttinger