Komponist Laure M. Hiendl in Niederalteich

Musik Installationen Nürnberg – Festival für RaumZeitKörper-Musiken

Der ehemalige Niederalteicher Absolvent Laure M. Hiendl hat seit kurzem die Assistent-Professur für Komposition am Mozarteum Salzburg inne. Als eine der profilierten Persönlichkeiten der kompositorischen Avantgarde veranstaltet er vom 7.-10. Juli in Nürnberg das international beachtete Festival „RaumZeitKörper-Musiken“.

Es ist geradezu ein Glücksfall, dass ein Komponist von seinem Format an das St.-Gotthard-Gymnasium herangetreten ist, um mit Schülerinnen und Schülern gemeinsam Handlungspartituren für das Festival zu entwerfen. Im Lehrplan der Oberstufe spielen Musikkonzepte abseits der tradierten Vorstellungen klassischer Musik eine wichtige Rolle. Dabei geht es um die Frage, welche Funktion Musik in der Postmoderne innehaben kann und wie sich dort das Verhältnis von Künstler und Publikum gestaltet. Als Pioniere einer Neudefinierung von Musik und Kunstanschauung gelten der französische Komponist Eric Satie und der Amerikaner John Cage, der in der Nachkriegszeit auf die Performance-Kunst einen erheblichen Einfluss ausübte.

Das Geniehafte, erklärte Hiendl im Workshop an der Schule, die hochindividuelle Ausdrucksästhetik der Romantik spiele in der Postmoderne eine bei weitem geringere Rolle. Dementsprechend sieht er die Installationen in Nürnberg eher als musikalische Landschaften, die man betreten könne und an denen das Publikum aktiv teilhaben soll. Genau das war die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b, die Handlungspartituren erstellten, anhand derer sich die Besucher in Nürnberg in die Installationen einklinken können. Im Workshop stellte die 10b ihre in kleinen Arbeitsgruppen gestalteten Partituren vor. Hiendl gab Impulse zur Differenzierung der Werke und erläuterte danach in einem aufschlussreichen Gespräch, wie sich die Arbeitswelt moderner Komposition darstellt. 

Bernhard Falk