Die Musik erwacht: Gotthard-Konzert am Gymnasium Niederalteich

Vor dem Hintergrund der dreijährigen Konzertpause wirkte das Gotthard-Konzert am 6. April wie ein akustischer Befreiungsschlag.

Pauken und Trompeten eröffneten das Gotthard-Konzert in der Basilika Niederalteich. Der strahlende Klang des Blechbläserensembles unter der Leitung von Stefan Binder war dabei mehr als eine feierliche Eröffnung. Vor dem Hintergrund der dreijährigen Konzertpause wirkte es wie ein akustischer Befreiungsschlag, wie ein lautstarkes Rückmelden, dass jetzt Musik wieder möglich ist, dass die Basilika als Klangraum wieder erlebt werden kann.

Durch die Verteilung der Ensembles im Kirchenraum gingen die Programmpunkte dann nahtlos ineinander über. Im Chorraum hatte das Orchester Aufstellung genommen, das unter Christoph Hackl nach Werken von Grieg und Rimsky-Korsakoff mit dem hymnischen „Pomp and Circumstance“ von Eduard Elgar abschloss. Die Streicher überzeugten durch eine ausgezeichnete Intonation. Ebenso agierten die Blasinstrumente des Flötenensembles technisch versiert, was erstaunlich war, hatten die Bläserensembles doch am meisten unter den Corona-Beschränkungen zu leiden. Hier wirkte sich wohl der durchgehende Einzelunterricht auf den Instrumenten positiv aus, der im musischen Profil immer gewährleistet war. Eine eindrucksvolle Darbietung jugendlicher Ausdruckskraft lieferte die Zehntklässlerin Chiara Ebner, die Bachs Bravourstück „Toccata in d-Moll“ auf der Jahn-Orgel musizierte. Gespannt konnte man auf den Chor sein, war Gesang durch Corona doch die am meisten und vielleicht in der Schulmusik am folgenreichsten eingeschränkte Disziplin. Umso mehr ließ die spürbare Sangesfreude des Chors unter der feinfühligen Leitung von Alexander Gsödl aufhorchen. Die drei Stücke aus den Carmina Burana von Carl Orff waren ein gelungener Appetizer für das gesamte Werk, das am 16. Juli in Niederalteich unter Alexander Gsödl aufgeführt wird. Das Gitarrenensemble unter Peter Kessler steuerte stimmungsvolle Volksweisen aus Irland und Südamerika bei.

Was die lange Stille in der Schulmusik vielleicht befördert hat, ist das Empfinden des großen Werts, den die Musik in der Schule haben kann und muss. Es geht dabei um das vielzitierte Miteinander, das im Ensemblemusizieren exemplarisch umgesetzt wird. Es geht um das gemeinsame Empfinden, das Reagieren aufeinander und ja, es geht auch um das sich gemeinsam Freuen. All das war an dem Abend in vielfältiger Form spürbar und macht Laune auf viele weitere Musikerlebnisse.

Mit dem im Gotthardkonzert gebräuchlichen Rosenzeremoniell würdigte Schulleiter Johann Lummer die Schülerinnen und Schüler der Q12, die ihren letzten offiziellen Auftritt in der Schullaufbahn hatten. Den Musikerinnen und Musikern werden dabei zum Abschied Rosen überreicht. Besonders bedankte sich die Q12 abschließend bei den Musiklehrkräften Herr Gsödl, Herr Hackl, Herr Binder, Herr Kessler, Herr Falk und Frau Immertreu für die musikalische Begleitung in den vergangenen acht Jahren.