Frankreich fast hautnah - auch im Homeschooling

Onlineunterricht ist anstrengend und er kann nicht zu 100 Prozent den Präsenzunterricht ersetzen. So sagt und hört man oft. Doch au contraire: er kann auch witzig und sehr motivierend sein, wie die französischsprachige Institution beweisen sollte.

Im Februar 2021 gab es in Niederalteich bzw. an den heimischen Computer der Gymnasiasten zusätzlich zum regulären Stundenplan für manche Klassen die Möglichkeit, an Schnupperstunden in Französisch mit waschechten Muttersprachlern teilzunehmen. Die Schülerinnen und Schüler der 5d, 5e und der 9b des Gymnasiums in Niederalteich traten tapfer die Challenge an, das Zusatzprogramm zum ohnehin schon üppigen regulären Onlinestundenplan wahrzunehmen. Den Rückmeldungen zufolge haben sie es nicht bereut.

Gerade diese Jahrgangsstufen haben nämlich bald die Wahl in ihrer Schullaufbahn, sich für Französisch oder Latein zu entscheiden. Französisch ist die etwas lebendigere Sprache. Es ist die Sprache unserer Nachbarn und Freunde im Westen, der „Grande Nation“. Auch auf europäischer Ebene ist Französisch neben Englisch und Deutsch die Arbeitssprache. Weltweit kommt man ebenso recht gut mit Französisch durch, und das auf den verschiedensten Kontinenten. Nicht zuletzt gibt es auch traumhafte Inseln, auf denen Französisch gesprochen wird, wie zum Beispiel La Réunion vor Madagaskar, welche zugleich auch die Heimat einer der Lektorinnen von FranceMobil ist – ja, sollten wir irgendwann wieder in die weite Welt hinaus dürfen, könnte sich so ein französisch sprechender und verstehender Sprössling als ganz schön nützlich erweisen.


FranceMobil ist so ziemlich das, wonach es klingt. Aber wonach klingt es eigentlich? Es handelt sich jedenfalls um Lektoren und Lektorinnen, die deutschlandweit in Schulen unterwegs sind um den französischen „Esprit“ zu verbreiten, also um Schüler und Schülerinnen für die französische Sprache und Kultur zu begeistern. In den Jahren zuvor war FranceMobil stets zu Gast am St.-Gotthard-Gymnasium und hat es geschafft, immer wieder Schüler zum Erlernen des Französischen zu bewegen. Deshalb wollte sich die Fachschaft Französisch auch dieses Jahr diese Möglichkeit nicht entgehen lassen, da FranceMobil sein Programm an die veränderte Situation in der Pandemie angepasst hat.

Konkret trafen sich die insgesamt 6 Schülergruppen über zwei Tage verteilt in den virtuellen Klassenräumen der Lektorin Cécile Dorget aus der Normandie und Ludivine Aubras aus la Réunion – zwei sehr gegensätzliche frankophone Regionen. Mit reichlich Mimik und Gestik, Kurzfilmen, Bildern und Musik arbeitend schafften es die zwei Lektorinnen die lernwilligen Kinder 45 Minuten lang bei Laune zu halten und zu reger Teilnahme zu animieren, obwohl fast der gesamte Unterricht bis auf die letzten paar Minuten auf Französisch gehalten wurde. Die Kinder hatten, wohl gemerkt, bis zu diesem Zeitpunkt noch so gut wie keine Vorkenntnisse in dieser Fremdsprache.

„Ich fand es sehr schön, vor allem wegen der Musik!“, befand eine Schülerin der 5d. Für einen Jungen aus derselben Klasse war das „Franzmobil“ (wollte der Bub hier einen kleinen Wortwitz machen oder war dieses sprachliche Kunststück wohl einfach noch mangelnder Französischkenntnisse geschuldet?) „sehr witzig und cool.“

Die den Unterricht überwachenden Lehrer, Frau Spitzer und Herr Seitz, fanden das Engagement von FranceMobil in diesem Jahr wieder sehr gelungen, auch im neuen rein digitalen Gewand. Ebenso schienen die meisten Schülerinnen und Schüler ihren Spaß gehabt zu haben und so mancher tat sehr zur Freude der Niederalteicher Französischlehrer kund, bald das Fach belegen zu wollen.