Adventszeit am St.-Gotthard-Gymnasium Niederalteich

„Weihnachtston, Weihnachtsbaum, Weihnachtsduft in jedem Raum:“ Die Bläser üben „Tochter Zion“, aus dem Musiksaal dringt „Mary’s boy child“ – vom Mädchenensemble gesungen, der Nikolaus eilt mit seinen Krampussen und Engeln durch die Klassenzimmer, in denen gebastelt und geklebt wird für den Weihnachtsbazar, oder beratschlagt wird, welche Speisen und Getränke die Basarkasse gut füllen könnten. Unter den Schülerinnen und Schülern tauchen immer mehr Weihnachtsmützen und Rentiergeweihe auf. In einem Übungsraum klimpert jemand noch recht falsch „Last Christmas“. Ja, last Christmas eben, aber nicht in diesem Jahr.

Fast möchte man sich diese ganz und gar unheilige Unruhe vor Weihnachten im Schulhaus nun herbeiwünschen, so sehr vertreibt Corona jede Vorfreude, die mit den geschäftigen Weihnachtsvorbereitungen entsteht. Darum bemüht sich die Fachschaft Religion dem Virus zum Trotz – bei Wahrung aller Abstände und Hygieneauflagen – doch die religiösen Angebote aufrecht zu erhalten, die den Schülern helfen sollen, sich auf den eigentlichen Inhalt des Weihnachtsfestes einzustimmen. Unterstützt wird sie dabei von den Mönchen des Klosters Niederalteich. So kam am Montag der Adventszeit Abt Marianus persönlich, um den großen Adventskranz in der Eingangshalle und verschiedene Adventskränze und -gestecke, die aus den einzelnen Klassen gebracht wurden, zu segnen. Teilnehmen konnte an der Segensfeier eigentlich nur eine 8. Klasse, die die Andacht vorbereitet hatte, trotzdem gesellten sich dann in gebührender Entfernung Oberstufenschüler hinzu, die sich in ihrer Freistunde im Foyer aufhielten oder auch eine 10. Klasse mit ihrem Musiklehrer, die in der Neuen Aula Unterricht hatten. Advent zieht eben an. Der Adventskranz mit seinen einfachen und sprechenden Symbolen macht das anschaulich, wie der Abt in seiner Ansprache erklärte.

Auch auf den Nikolaus brauchten die Niederalteicher in diesem Jahr nicht zu verzichten, auch wenn es nur eine kleine Schar war, die mit P. Johannes im Rahmen einer Eucharistiefeier den heiligen Bischof und seinen Tross feierlich aussendete. Denn zwei der 6. Klassen befanden sich in Quarantäne.

Auch adventliche Morgenbesinnungen werden zweimal als Video zur Verfügung gestellt, mit denen die Lehrer die erste Stunde beginnen können. Unter besonderen Hygienevorkehrungen wird in gewohnter Weise die Möglichkeit zur Weihnachtsbeichte angeboten.

Und den Abschluss der Adventszeit am Gymnasium werden das Rorate mit P. Ambrosius für die beiden 10. Klassen am letzten Schultag vor den Ferien und ein gemeinsamer Impuls durch P. Johannes bilden, der kurz vor Unterrichtsende live gestreamt wird.

Corona dämpft die adventliche Vorweihnachtsfreude, aber sie verweist uns andererseits auch auf den eigentlichen Charakter dieser Zeit: Wir werden uns unserer Erlösungsbedürftigkeit bewusst, sehnen uns nach dem Licht in der Dunkelheit und nach einem Heiland, der uns von Not, Krankheit und Tod befreit. Wann hätten unsere Generationen das je deutlicher erfahren?