Elternarbeit macht Schule

Schüler, Eltern und Lehrer auf Augenhöhe am Sankt-Gotthard-Gymnasium

Das St.-Gotthard-Gymnasium ist ein Aushängeschild für die besondere Form der Zusammenarbeit von Schülern, Eltern und Lehrkräften: hier kommt Bindung vor Bildung. Dies gilt nicht nur für das Elternhaus der Lernenden, sondern auch für ihre Schule, denn wenn sie sich nicht mit ihrem Lernort identifizieren, kann sich das negativ auf ihre Lernerfolge auswirken, so das Ergebnis zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.

Ebenso bestätigt der renommierte Neurowissenschaftler und Psychiater Manfred Spitzer in Lernen – Gehirnforschung und die Schule des Lebens, dass die „Person des Lehrers das stärkste Medium der Motivation“ ist. Nicht die gesamte Vielfalt an digitalen Medien im Unterricht, „sondern ein vom Fach begeisterter Lehrer, der gelegentlich lobt und vielleicht auch mal einen netten Blick für die Schüler übrig hat, bringt deren Belohnungssystem auf Trab“. Er sorgt also durch die Art seines Umgangs mit den Schülern dafür, dass der Lernstoff selbst zur Motivation wird.

Auch die bevorzugte Unterrichtsmethodik sowie die Anwendung verschiedener Sozialformen ist laut Spitzer für den Lernerfolg unerheblich, da letztlich die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen darüber entscheidet, ob ein Schüler gern und gut bei seinem Lehrer lernt.

Das St.-Gotthard-Gymnasium als gebundene Ganztagesschule der Jahrgangsstufen 5 mit 10 engagiert sich daher im Rahmen des Projekts „Erziehungsgemeinschaft an Katholischen Schulen“ für eine nachhaltige und gelingende Zusammenarbeit von Schülern, Eltern und Lehrkräften. Bereits im vergangenen Schuljahr hat StRin i.K Katharina Oberneder als Projektbeauftragte in Niederalteich ein insgesamt 8 Fortbildungen umfassendes Trainingsprogramm absolviert und weitere 12 Kollegen ins Boot geholt. Schwerpunkte des Projekts bilden nun Fortbildungen für Eltern und Lehrkräfte, die jeweils in einem 4-tägigen Intensivkurs bewährte Techniken der Gesprächsführung vermitteln und so eine vertrauensvolle Basis für einen wertschätzenden Umgang miteinander schaffen. In Rollenspielen werden Konfliktsituationen aus dem schulischen bzw. privaten Alltag simuliert, die die Fortbildungsteilnehmer unter gezielter Anleitung von zwei Trainern lösen. Der vorausgehende fachliche Input sorgt dafür, dass die Fortbildungsteilnehmer vor allem dazu befähigt werden, ihre Gesprächspartner im Umgang mit deren eigenen Emotionen zu unterstützen.

Das Ergebnis zeigte sich bereits beim Schüler-Eltern-Lehrer – Forum zum Thema „Nutzung der digitalen Medien am St.-Gotthard-Gymnasium“, das am Nachmittag des 19.11.19 stattfand. Der Umgang mit Smartphones in- und außerhalb des Unterrichts bildete dabei einen der Schwerpunkte. In partnerschaftlicher und wertschätzender Atmosphäre tauschten Mitglieder der Schulfamilie ihre Gedanken, Sorgen und Ideen aus und trugen somit entscheidend und konstruktiv zur Lösungsfindung bei.

Die Teilnahme am Projekt des Katholischen Schulwerks wird am 17.01.2020 im Haus St. Ulrich in Augsburg feierlich gewürdigt. Schulleitung, Projektbeauftragte sowie Elternvertreter und Mitglieder der SMV nehmen im Rahmen dieser Feier ein Zertifikat für die besondere Form der geleisteten Erziehungsarbeit am St.-Gotthard-Gymnasium entgegen.

Intensiver Gedankenaustausch zwischen Lehrkräften und Trainern zu Konfliktsituationen im Unterricht anlässlich der Fortbildung „KlasseTeam“ am 19. und 20.11.2019, unter der Leitung von Doris und Stefan Zauner (li. im oberen Bild).