Slow-Food-Festival am St.-Gotthard-Gymnasium

P-Seminar “Slow-Food. Ein Seminar für Kopf und Bauch” präsentierte die Ergebnisse und lud zur regionalen Verkostung ein

Die Aula ist gefüllt mit Marktständen, regionale Produkte werden zur Verkostung und zum Kauf angeboten. Die Stände sind liebevoll weihnachtlich dekoriert, Stehtische laden zum Verweilen ein. Was nach Adventmarkt aussieht, ist die Präsentation des Projekt-Seminars “Slow-Food. Ein Seminar für Kopf und Bauch”. Und die Schülerinnen und Schüler haben sich dazu einiges einfallen lassen.

 

Der Hintergrund

Die Fragen nach Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind zentrale Anliegen heutiger Zeit. Solidarisches Handeln ist wichtiger Bestandteil des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Verschiedene Medien und Netzwerke wie auch viele Konsumenten greifen immer mehr den Wunsch sowohl nach regionalen, nachhaltig hergestellten Lebensmitteln wie auch nach gesunder Ernährung auf. Gleichzeitig gibt es seit mehr als 30 Jahren bereits den Ansatz von „Slow Food“. Es steckt mehr dahinter als nur „langsames Essen“, heißt es in der begleitenden Lektüre. Motivation und Ausgangspunkt für das P-Seminar der Oberstufe war die Enzyklika von Papst Franziskus aus dem Jahre 2015 „Laudato si“, in der er einlädt, über die Öko- und Klimathemen nachzudenken. Daher war das Leitfach auch Katholische Religionslehre.

 

Die Vorbereitungen

Im zurückliegenden Jahr galt es für die Teilnehmer zu erforschen, welche Ansätze die unterschiedlichen Anbieter und Netzwerke vertreten und wieweit „regional, gesund und fair“ realisiert werden kann. Zur Einstimmung in die Thematik wurden zwei Referenten eingeladen. Simon Nestmeier, Mitbegründer des Start-Up-Unternehmens „Regiothek“ mit Sitz in Passau und ehemaliger Schüler des St.-Gotthard-Gymnasiums (Absolvia 2008), erklärte die Motivation und die Hintergründe der Regiothek. Herr Josef Holzbauer, Umweltreferent der Diözese Passau, erläuterte zum Thema „Nachhaltig essen und genießen“ die fünf Dimensionen der Ernährung. Weitere Recherchen der Schülerinnen und Schüler folgten. Angeknüpft wurde hier an die vorbereitenden Arbeiten der Berufs-und Studienorientierung.

 

Die Erarbeitung

Die 14 Schülerinnen und Schüler suchten sich landwirtschaftliche Direktvermarkter sowie kleine, regional engagierte Betriebe aus Verarbeitung, Handel und  Gastronomie. Sie recherchierten dazu, wo in der Umgebung „regional und gesund“ umgesetzt wird und wollten dabei ein breites Spektrum des Nahrungsmittelangebotes abdecken. Auf der To-do-Liste standen die Forellenzucht in St. Englmar, die Biobäckerei Wagner, Jahrstorfer Öle, der Bernauer Hof, die Milchtankstelle Mimming, die Metzgerei Braidt, Künzinger Apfelsaft, Schlossbräu Mariakirchen, Schnapsbrennerei Oswald, Holunderhof Aster, die Schlachterei Apfelbeck, Schlemmerhof Schmalzl, Imkerei Alois Kern sowie die regionalen Angebote bei EDEKA und REWE. Fotos und eine kleine Reportagen über den Besuch fanden Eingang in eine Broschüre. Die Schüler lernten die Erstellung, Umsetzung und Finanzierung des Printproduktes.

 

Die Präsentation „Von dahoam – und guad is“

Die Präsentation geschah im Rahmen eines kleinen „Slow-Food-Festivals“ am St.-Gotthard-Gymnasium. Und hier haben sich die Seminarteilnehmer richtig ins Zeug gelegt. Damit das „Festival“ den Namen verdient, wurden Marktstände organisiert, die die Gemeinde Hunding dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung stellte. Und die Aula wurde zum Festivalgelände umgestaltet. Lichterketten, Deko-Materailien und Utensilien, die auf den besuchten Betrieb hinwiesen. Eier lagen dekorativ im Stroh, Milchkannen und Imkerwaben wurden passend zu den Ständen drapiert, Häppchen verteilt. Es ging um die Verkostung der verschiedenen regionalen Produkte, die die besuchten Betriebe und Firmen anbieten.

 

Das Ergebnis

Die Arbeiten des P-Seminars bleiben nicht bei den Beschreibungen der Herausforderungen stehen, sondern sind lösungsorientierte Ansätze, diesen zu begegnen. Die Kursteilnehmer sind hinausgefahren zu den Direktvermarktern, haben sich über lokale Lösungsansätze informiert und zeigen Möglichkeiten, den Krisen der Zeit zu begegnen. Sie haben sich den Themen mit einer Denkweise genähert, die den Blick vom Negativfokus hin zum konstruktiven Umgang lenkt. Nicht ein Gefühl der Hoffnungs- und Hilflosigkeit bleibt zurück, sondern Lösungsansätze werden deutlich, es macht Mut zur Nachahmung. Der Dank gilt den Betrieben und Firmen für die Kooperation und für das regionale und nachhaltige Angebot. Es braucht immer wieder einen Zugang, der positive Emotionen wie Hoffnung und Optimismus in uns weckt.