Henna-Tattoos als Dank für die Patenschaften

Motivation für die Schulpartnerschaft aus Bangladesch - Minara Begum, Direktorin aus Dinajpur/Bangladesch informierte zwei Tage am St.-Gotthard-Gymnasium über ihre Projektarbeit in Bangladesch

Seit 15 Jahren unterhält das St.-Gotthard-Gymnasium eine Schulpartnerschaft mit ASSB. Im April 2019 war nun die Direktorin Minara Moyeen Begum im Rahmen des entwicklungspolitischen Lern- und Austauschprogramms eine knappe Woche im ostbayerischen Raum. Neben den Besuchen in den Eine-Welt-Läden Rinchnach und Hengersberg (die Deggendorfer Zeitung berichtete) war sie zwei Tage im Kloster Niederalteich und am St.-Gotthard-Gymnasium, um die Patenklassen zu besuchen und an der Jahrestagung von „Partnerschaft Shanti-Bangladesch e.V“ teilzunehmen.

Sie war auf Einladung des Vereins „Partnerschaft Shanti-Bangladesch e.V.“  gekommen, einer nicht staatlichen Entwicklungshilfsorganisation (NRO), um von ihrer Arbeit bei Aloha Social Services Bangladesh (ASSB), ebenfalls eine NRO, zu berichten. Minara Begum, seit 2002 Direktorin von ASSB, informierte die Schülerinnen und Schüler über die Ansätze und die Schwerpunkte ihrer Arbeit.

Diese liegen in der Frauenförderung, im landwirtschaftlichen Bereich sowie im Bildungs- und Gesundheitswesen. „Es geht bei all unserer Arbeit um die Verbesserung der Lebenssituationen von Menschen im ländlichen Bereich im Norden Bangladeschs“, so Minara Begum. Mehr als 9000 Menschen würden im Rahmen der Entwicklungshilfe betreut. Dazu gehören zwei Schulen und auch Krankenhäuser. Zu den Hauptaufgaben im Gesundheitswesen gehören der Bau von Latrinen und Trinkwasserbrunnen. „In manchen Gegenden“, so etwa in Shapahar, „ist der Grundwasserspiegel so niedrig, dass wir 100 Meter tief nach Grundwasser bohren müssen“. Und wenn das Trinkwasser fehle, würden die Dorfbewohner auch das Wasser aus dem nahegelegenen Tümpeln zum Trinken nehmen, mit den entsprechenden gesundheitlichen Schädigungen, wie Begum erklärte. Die Begleitung der Kinder und Jugendlichen ist ASSB ebenfalls wichtig. „Damit Kinder zur Schule gehen können, brauchen sie oft Unterstützung. Von uns bekommen sie die Schulkleidung, das Unterrichtsmaterial und auch Essen“, so die Direktorin. ASSB arbeitet im Norden von Bangladesch in den Regionen Dinajpur, Naogaon und Shapahar.

Aber auch die Schülerinnen und Schüler des St.-Gotthard-Gymnasiums informierten Begum wie auch die Mitglieder des Vereins Shanti-Bangladesch e.V. über ihre Projekte an der Schule. So wurden in den vergangenen Wochen Plastikflaschen gesammelt und konnten gegen Stofftaschen eingetauscht werden. Andere wiederum informierten sich in den Wochen vor Ostern über die Bedingungen in der Schokoladenproduktion und verkauften fair gehandelte Schokolade. Den Erlös übergaben sie an den weit gereisten Gast.

Minara Begum bedankte sich bei allen Schülerinnen und Schülern für die jahrelange Verbundenheit und vor allem bei denen, die die manchmal mühevolle Arbeit des Sammelns der Patenschaftsgelder (ein Euro pro Monat pro Schüler) übernehmen. Diese bekamen exklusiv ein Henna-Tattoo aufgemalt. Nun zieren die bengalisch geschriebenen Namen der Verantwortlichen deren Unterarme – was den Schülerinnen und Schülern sichtlich Spaß machte und sie noch mehr für die Patenschaft motiviert.