Alpenüberquerung

Am St.-Gotthard-Gymnasium Niederalteich findet im Schuljahr 2017/18 ein P-Seminar der Q 11 statt, dessen Höhepunkt die Überquerung der Alpen mit dem Mountainbike ist.

P-Seminar „Alpenüberquerung mit dem Mountainbike“

David Weber berichtet:

1. Tag: „Am Morgen des 12.07.2018 traf sich die in voller Radfahrmonturausgestattete Truppe des P-Seminars Sport am Busparkplatz des St.- Gotthard-Gymnasiums, um mit den 2 Wohnwägen, die auf der Fahrt neben Zelten als Unterschlupf dienen sollten, nach Garmisch-Partenkirchen aufzubrechen, wo der Alpencross schließlich beginnen sollte. Neben den 10 Teilnehmern, die sich für dieses Abenteuer entschieden haben, waren die Betreuer Herr Wenzl, Herr Völkl, Herr Kastenhuber und Michaela Totter voller Vorfreude, die erste Etappe, die sich bis zu dem Ort Imst erstrecken sollte, anzupacken.

Nachdem die Gruppe noch Energie in einem „Burger-King“ Restaurant getankt hatte, machten sie sich auf den Weg, um auf der selbst erstellten Route den ersten großen Schritt Richtung Gardasee zu machen. Bei perfektem Wetter und hervorragenden Rahmenbedingungen radelten die Sportler los und betrachteten unterwegs die wunderschönen Ausblicke, die durch die knapp 600 zurückgelegten Höhenmeter zustande kamen. Trotz ein paar Stürzen, die aber durch die Eindrücke der Umgebung schnell wieder vergessen wurden, kamen alle Teilnehmer weitgehend unversehrt am Campingplatz an, wo schon die Wohnmobile und das Abendessen warteten, damit sich alle wieder für den nächsten Tag regenerieren konnten.

Nach einer anstrengenden ersten Etappe von rund 50 Kilometern, freuten sich die Radfahrer auf ihre Schlafplätze – egal ob Zelt oder Wohnmobil - um sich auszuruhen. Denn der folgende Tag bietet schon den nächsten Abschnitt der Tour und der Gardasee rückt wieder ein kleines Stückchen näher.“

2. Tag: Nach der ersten Nacht, die die Gruppe im Wohnmobil und in den mitgebrachten Zelten verbracht hatte, setzten sich die Sportler auf ihre Mountainbikes um die nächste Etappe, die sich über 60 Kilometer erstrecken sollte, anzupacken.

Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten warteten sofort zu Beginn der Tour einige Höhenmeter, die die Truppe auf - glücklicherweise wenig befahrenen - Straßen bezwingen musste. Insgesamt waren es 860 Höhenmeter, die die Radler hinter sich bringen mussten, ehe eine Teilstrecke von 8 km bergab begann.  Danach folgte ein Abschnitt, der aufgrund der geringen Steigung, des angenehmen Untergrunds und der Umgebung die Zeit und die Kilometer deutlich schneller vergehen ließ.

 Die Strecke, die sich ursprünglich von „Imst“ bis zu dem Ort „Nauders“ erstrecken sollte, verkürzte sich um wenige Kilometer, sodass das Ziel am Ende des Tages ein Campingplatz in dem Dorf „Pfunds“ war, auf dem die Teilnehmer wieder ihr Lager aufschlugen, um sich für den nächsten Routenabschnitt am folgenden Tag auszuruhen.

3. Tag: Ausgeruht von den anfänglichen Strapazen des vergangenen Tages, erlebte die Truppe am Morgen des 14.07.2018 ein Deja-vu, als - wie schon am vorherigem Tag - am Anfang der Etappe ein steiler Berg von 450 Höhenmetern eine große Hürde aber kein Hindernis darstellte. Mit viel Ehrgeiz und Biss quälte sich die Gruppe von Serpentine zu Serpentine, die nicht aufzuhören schienen, bis sie schließlich an der „Norbertshöhe“ angelangten. Anschließend folgte ein relativ entspannter Streckenabschnitt, der sich über 25 Kilometer und 150 Höhenmeter auf Nebenstraßen bis zum „Reschensee“ erstreckte.

Zur Freude aller Teilnehmer zeigte die Route an, dass nur noch bergab bzw. geradeaus gefahren werden musste, um letztendlich auf einem luxuriösen Campingplatz die Nacht zu verbringen. So wartete nach der Ankunft am Lager ein wunderschöner Swimmingpool als Belohnung für die Anstrengungen der 3. überstandenen Etappe. Die Hälfte war geschafft und die Vorfreude auf den Gardasee wurde immer größer.

4.Tag: Wie sollte es anders sein als die vorherigen Tage… Ein weiteres Mal standen der Gruppe zu Beginn des Streckenabschnitts, der am Sonntag bewältigt werden sollte, 1400 Höhenmeter am Stück im Weg, ehe sie das Rad im „downhill-Modus“ den Berg hinunterrollen lassen konnten.

Ohne einen einzigen Meter nicht treten zu müssen, kämpften sich die Sportler einen Berg hoch, der durch die ständige 8%-Steigung die Strecke nicht gerade schnell vergehen ließ. Doch der ganze Eifer und Einsatz der Truppe hatte sich gelohnt, denn sie wurden am Gipfel des Berges mit Ausblicken wie aus dem Bilderbuch belohnt, die die Teilnehmer erst einmal ins Staunen versetzten. Nachdem sich der Puls der Radler nach einer Pause wieder normalisiert hatte, stand schon die nächste Aufgabe bevor, die das Herz erneut schneller schlagen ließ. Doch als die Gruppe erblickte, wie steil der nächste Abschnitt war, und das auch noch im freien Gelände, wurde es einigen bange und so schlichen sie mit Dauerbremse den Rücken des Berges hinab und verloren durch den Fokus, heil den Berg hinunter zu kommen, die Orientierung und verirrten sich kurzzeitig.

Nachdem die Gruppe zum Abschluss des Streckenabschnitts noch einen kräftezehrenden Berg überwunden hatte, wartete bei der Ankunft am Etappenziel eine Überraschung, und zwar eine Pension, in der die „Zeltschläfer“ die Nacht in gemütlichen Betten verbringen durften. Somit war Tag 4 geschafft und es fehlten nur noch 2 Tage bis zum ersehnten Ziel der Alpenüberquerung: Der Gardasee.

5. Tag: Mit dem vorletzten Tag des Alpencrosses stand der Truppe auch die mit Abstand schönste Etappe bevor. Durch die vielen Höhenmeter, die die Gruppe auf fast 2000 Meter Höhe radeln ließ, entstanden natürlich auch wunderschöne Ausblicke, die das Team in Staunen versetzte.

Nachdem auf einer Alm zur Mittagszeit pausiert wurde, begannen sie die Nachmittagseinheit auf einer festen Straße, die sich dann auch bis zum Campingplatz erstreckte. Somit war Tag 5 geschafft und jetzt hieß es nur noch eine Nacht schlafen und eine Etappe hinter sich bringen, um sich 4 Tage Urlaub am Gardasee verdient zu haben.

 

6. Tag: Nun war es endlich so weit. Der letzte Tag der Tour war angebrochen und die Vorfreude war riesig, das Ziel endlich zu erreichen und in den Gardasee zu springen.

Doch durch die ganze Aufregung verirrte sich die Gruppe gleich am frühen Morgen und verlor so ca. 2 Stunden. Durch die Orientierungslosigkeit wurde den Sportlern das Durchqueren eines Bachs oder das Tragen der Räder nicht erspart und so lernten sie noch andere Wege kennen, wie man die Alpen überqueren konnte. Schlussendlich kamen sie zu dem Entschluss, den Radweg neben der Hauptstraße zu nehmen, und fuhren so gute 100 km geradeaus bis nach Riva del Garda, wo der Gardasee schon mit offenen Armen auf sie wartete.

Durch das Ende dieser letzten Etappe standen nun 4 erholsame Urlaubstage bevor, ehe es am Samstag, den 21. Juli 2018, wieder zurück in die Heimat gehen sollte. Die gesamte Vorbereitung und Durchführung war eine herausragende Teamarbeit der Schüler und ihrer Betreuer, allen voran Herr Wenzl.