Vortrag der Bundesbank zur aktuellen Geldpolitik und Staatsschuldenkrise

Leiter der Bundesbankfiliale Regensburg, Herr Bundesbankdirektor Reinhard Pfaffel, zu Gast am St.-Gotthard-Gymnasium.

Die Schüler des St.-Gotthard-Gymnasiums Niederalteich lauschten am Montag, den 16.02. 2018, dem Vortrag von Herrn Pfaffel über die aktuelle Geldpolitik, die immer noch von den Folgen der Finanzkrise beeinflusst ist. Er brachte den Schülern der beiden Wirtschaftskurse aus der Q12 die Abläufe und Zusammenhänge der Geldpolitik näher.

Ausgehend vom obersten Mandat der Europäischen Zentralbank, der Sicherstellung der Preisstabilität, erläuterte Herr Pfaffel in seinem gut 90-minütigem Vortrag die Hintergründe der Arbeit der Bundesbank und der Nationalen Notenbanken im Euroraum. Er ging auf die Frage ein, ob uns nun in den nächsten Jahren eine große Inflation bevorstehe, und erläuterte, dass nach Meinung der Bundesbank die Gefahr einer Deflation weit geringer vorhanden ist als gemeinhin angenommen. Insbesondere die Thematik der Quantitativen Lockerung, der Ankauf von Staatsanleihen, stellte er in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Folgende Fragen wurden im Lauf des Vortrags zu beantworten versucht: Welche Blasen entstehen unter Umständen durch die Nullzinspolitik und der gleichzeitigen Ausweitung der Geldmenge? Wie wird die aus der aktuellen Geldpolitik resultierende Abwertung des Euros zum Dollar sich auf die Handelspolitik auswirken? Welche Folgen haben die günstigen Zinsen für die Haushaltsdisziplin der ohnehin stark verschuldeten Eurostaaten? So spart sich Deutschland resultierend aus den derzeit günstigen Zinsen 40Mrd€ an Zinszahlungen, schafft es aber nur, einen lediglich ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. So bleibt die Frage, wie die finanzielle Situation Deutschland aussehen wird, wenn die Zinsen wieder steigen. Wer profitiert aktuell von den niedrigen Zinsen? Die Aktienmärkte die Immobilienmärkte und letztendlich alle Schuldner.

Kehrseite der Medaille ist jedoch die Tatsache, dass die Sparer zurzeit enteignet werden. Denn bei aktuell 1,8% Inflationsrate in Deutschland und den gebotenen sehr geringen Nominalzinsen kommt es letztendlich dazu, dass die Kaufkraft des angelegten Geldes sinkt.

Der Geldexperte zeigte die Entwicklung auf, die letztendlich zur Finanzkrise führte, und beleuchtete mit Zahlen und Schaubildern die Hintergründe. Den Blick in die Zukunft gerichtet, erläuterte der Notenbanker die Aufgaben, die in den nächsten Jahren von den einzelnen Staaten zu erledigen seien.

Abschließend appellierte er an die Schüler, sich stets gut und umfassend mit dieser Thematik zu informieren, um sich selbst ein Bild machen zu können und nicht auf die Meinung anderer angewiesen zu sein.

 

 

Geldpolitik 2018 1 

 

 

 

 

 

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