Geschichtsprojekt nimmt Niederalteicher Vergangenheit in den Blick

Präsentationen zur Geschichte der Abtei in der NS-Zeit

Am Montag, den 14. März 2016, hatten die Klassen 10a und 10b die Gelegenheit, Abt Marianus, der Schulleitung und weiteren Schülern der 10. Jahrgangsstufe ihr Geschichtsprojekt zum Thema „NS-Heimschule in Niederalteich", das sich auf die letzten beiden Wochen im vergangenen Schuljahr erstreckt hatte, vorzustellen.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Johann Lummer und einleitenden Worten von Abt Marianus OSB stand ein Vortrag von Leonhard Heimlich, Schüler der Q12, der sich in seiner Seminararbeit mit dem Thema „Niederalteich im Dritten Reich" befasst hatte, auf dem Programm. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik verstand es der angehende Abiturient, sein Publikum in den Bann zu ziehen. Alte Aufnahmen der Klosteranlage und Einblicke in das damalige Leben in der Abtei illustrierten seine Ausführungen auf unterhaltsame Weise. Mindestens ebenso interessant war es, etwas über den Alltag der Mönche, die zum Teil auch in die Wehrmacht eingezogen worden waren und Kriegsdienst hatten leisten müssen, zu erfahren. Beispiele hierfür waren Frater Gunther Krotzer und Pater Edmund Pontiller.

Im Anschluss stellte Geschichtslehrerin Andrea Freundorfer, deren Klassen sich mit dem Thema „NS-Heimschule Niederalteich" beschäftigt hatten, das Projekt kurz vor und dankte im Namen der Schüler Abt und Schulleitung für die Möglichkeit, die Ergebnisse vorzustellen und zudem im Besonderen dem Klosterarchivar Pater Ratmund, der stets mit Rat und Tat behilflich gewesen war und den Schülern bedeutende Quellen aus dem Archiv zur Verfügung gestellt hatte. So konnten sich die Jugendlichen beispielsweise anhand der Tagebücher des früheren Abtes Emanuel Heufelder informieren und hatten Zugang zu den Namenslisten früherer Heimschüler, wenngleich deren Namen freilich eingedeutscht worden waren. Ebenso konnten sie sich anhand von Zeichnungen und Briefen ehemaliger Heimkinder ein genaues Bild davon machen, wie die Anlagen der Schule zur Zeit des Dritten Reiches ausgesehen hatten und einen Bezug zu heute und ihrem eigenen Schulalltag herstellen. Wissenschaftliche Literatur, ausgeliehen von der Universität Passau, wurde des Weiteren ausgewertet.

So waren 1940 von den Nationalsozialisten Gebäude der Abtei konfisziert worden, in denen die SS später eine Schule für in den Ostgebieten geraubte Kinder einrichtete und sie nach ihrer Ideologie beschulte und drillte. Die ihren Eltern weggenommenen Kinder erhielten oftmals den Status „Waise" und wurden ausgewählt, wenn ihre körperlichen Merkmale dem Ideal des „Ariers" entsprachen. Ebenso hatten die Schüler in Gruppen erarbeitet, was sich hinter der Organisation „Lebensborn" verbarg, wer Mitglied war, worin die Zielsetzung bestand usw.

Die umfangreichen Nachforschungen boten den Niederalteicher Schülern die Möglichkeit, sich im Rahmen des Geschichtslehrplans der 9. Klasse nicht nur allgemein mit dem Zweiten Weltkrieg und dem "Dritten Reich" zu befassen, sondern sich vor Ort zu informieren und dabei Lokalgeschichte aufzuarbeiten.

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