Austausch 2013/14

Im Schuljahr 2013/14 nahmen so viele Schülerinnen wie noch nie die Gelegenheit wahr, über das Brigitte-Sauzay-Programm an einem Austausch mit einer frankophonen Gastschule teilzunehmen. Während vier Schülerinnen in französischen Gastfamilien untergebracht waren, konnte eine weitere Schülerin mehrere Monate in Québec verbringen. Alle Teilnehmerinnen kehrten mit der Überzeugung zurück, dass sich ihr Auslandsaufenthalt auf alle Fälle gelohnt hatte.


Lisa Sonnleitner (10 d) berichtet von ihrem Aufenthalt in Epinal (Vogesen):

Vor meiner Abreise nach Epinal, einem wunderschönen Städtchen in den Vogesen Frankreichs, bekam ich eine Karte mit folgender Aufschrift geschenkt: Jede Reise bringt einen Menschen weiter, man kommt nie so zurück, wie man losgefahren ist - man wird reifer, erfahrener, toleranter und weiser.

Ich weiß noch, wie ich meiner Gastmutter (typisch Deutsch!) die Hand schüttelte, denn von dem französischen Bisou hatte ich noch keine Ahnung. Doch mithilfe meiner freundlichen Gastfamilie und dem Anschluss in der Schule, den ich relativ schnell fand, wurde ich schnell vertraut mit dem typischen Leben eines französischen Jugendlichen: So gab ich also jedem meiner Freunde ab sofort ein Küsschen in der Früh auf die Wange, ließ mir viel Zeit bei den (immer!) mehrgängigen Mahlzeiten, aß Käse und Baguette und versuchte, mich dem Schulsystem anzupassen.

Letzteres fiel mir aber manchmal schwer, denn ein Schultag dauert oft gut und gerne von 8.00-18.00 Uhr und eine normale Schulstunde 60 Minuten. Pünktlichkeit, Disziplin und Leistung sind dort das A&O. Umso entspannender gestaltete sich dafür meine Freizeit: Ich lernte das Elsass kennen, wanderte durch das Vogesen-Gebirge, verbrachte ein Wochenende in Lyon und viel Zeit mit meinen Freunden.

Trotz der paar Tränen, die man am Ende des Austausches vielleicht, wie ich, verliert, kann ich einem jeden raten, sich solch einem Abenteuer zu stellen, denn man wird nicht nur sprachlich gewandter, sondern man wird tatsächlich reifer, erfahrener, toleranter und vielleicht auch wirklich ein kleines bisschen weiser.

Christina Bachinger (10 d) berichtet von ihrem Aufenthalt in Québec / Kanada:

Je me souviens!

3 Monate in Québec, der wohl schönsten Provinz Kanadas, zu verbringen, ist der Traum vieler, für mich ist dieser Traum durch den bayerischen Kreisjugendring wahr geworden. So durfte ich von Februar bis Mai 2014 im Rahmen eines Schüleraustausches den idyllischen, frankophonen Teil Kanadas kennen lernen.

Bei einer typischen Wintertemperatur von minus 20 Grad wurde ich sehr herzlich in Montréal begrüßt und war sofort begeistert von der offenen und lockeren Mentalität der Québecer. Meinen Austausch verbrachte ich nahe bei Montréal, in einem kleinen, verschneiten Dorf, das durch seinen Charme alle Vorstellungen von Québec erfüllt. Ins Collège ging ich in der nächstgelegenen „Stadt", zu der meine Gastgeschwister und ich mit dem berühmten gelben Schulbus gebracht wurden. Auch in der Schule wurde ich herzlich von meinen Mitschülern und allen Lehrern willkommen geheißen und sofort integriert.

Trotz manch anfänglicher Orientierungsprobleme fand ich mich schnell in der neuen Schule zurecht. Nicht nur die extrem lockere und freundschaftliche Beziehung zwischen Schülern und Lehrern verwunderte mich zuerst, sondern auch vor allem der Stundenplan war am Anfang recht ungewohnt. So besteht ein normaler Schultag in Québec aus einer 15-minütigen Lektürestunde am Morgen, 4 Unterrichtsstunden à 71 (!) Minuten und 1 ½ Stunden Mittagspause in der mit mindestens 20 Mikrowellen ausgestatteten Cafeteria.

Am gewöhnungsbedürftigsten und gleichzeitig am schönsten war aber das Français québécois, das man wohl nur schwer mit dem Français standard vergleichen kann. Da ist es wohl nicht verwunderlich, dass ich ganze 3 Wochen brauchte, um mich an die mehr englische als französische Aussprache zu gewöhnen. Dabei waren mir meine neuen Freunde und meine tolle Gastfamilie eine große Hilfe.

Natürlich ging ich nicht nur ins Collège oder blieb zu Hause, sondern traf mich am Wochenende meistens mit meinen neuen Freunden, ging Ski- oder Schlittschuhlaufen, oder besichtigte Montréal und seine berühmte Underground Shopping Mall. Doch das war noch nicht alles! Mit meiner Gastfamilie durfte ich sogar 3 Tage in der größten Stadt Kanadas, Toronto, verbringen und meine Gastgroßeltern in Florida besuchen! Dank meiner Freunde, meiner Gastfamilie und aller tollen Erfahrungen, die ich in Québec, aber auch in Ontario und Florida sammeln durfte, wurde mein Schüleraustausch zu einem unvergesslichen Erlebnis und ich rate jedem, der die Möglichkeit zu einer solchen Reise hat, den Schritt ins Ausland zu wagen!

Johanna Bernkopf (10 d) berichtet über ihren Aufenthalt in Nizza:

Vivre comme dieu en France

,,Vivre comme dieu en France'' heißt auf Deutsch ,,wie Gott in Frankreich leben'' und mit diesem Satz alleine lässt sich das Leben an der Côte d' Azur beschreiben.

Ich träumte schon lange davon, einmal nach Südfrankreich zu kommen, und als uns unsere Französischlehrerin auf einen Austausch, der vom Bayrischen Jugendring organisiert wird, hinwies , ergriff ich mit drei weiteren Schülerinnen aus meiner Klasse diese Chance und wir meldeten uns dazu an. Nach dem Ausfüllen unzähliger Formulare wurden wir angenommen. Die Zuteilung der Austauschpartner erfolgte nach bestimmten Kriterien, wie z.B. Hobbies und Interessen. Zwei von uns kamen in den Norden Frankreichs und ich zusammen mit einer Freundin nach Nizza. Nachdem unsere Austauschpartner drei Monate bei uns verbracht hatten, durften wir zu ihnen in die Provence. Voller Vorfreude, aber auch mit einem mulmigen Bauchgefühl bereiteten wir uns auf dieses große Erlebnis vor. Zwei Monate sollten wir nun bei einer völlig fremden Familie in einem anderen Land wohnen und dort auch die Schule besuchen. Die Vorfreude war, wie sich herausstellte, mehr als gerechtfertigt.

Schon beim Anflug auf den am Meer erbauten Flughafen von Nizza konnte ich verstehen, warum die Touristen förmlich von Südfrankreich angezogen werden. Glitzernd spiegelte sich die strahlende Sonne im azurblauen Mittelmeer, das zum Greifen nah schien. Dieser atemberaubende Blick steigerte meine Vorfreude und machte mich neugierig auf das, was mich hier erwarten würde. Am Flughafen warteten schon unsere Austauschfamilien auf uns. Wir begrüßten uns mit bisous ( Küsschen links, Küsschen rechts auf die Wange), was in Frankreich die übliche Begrüßungsform ist.

Schließlich fuhren wir zur Wohnung der jeweiligen Familie. Ich wurde dann den anderen Familienmitgliedern vorgestellt und sehr herzlich von ihnen aufgenommen. Wir gingen schließlich zu Bekannten, um das Abendessen, welches aus Vorspeise - von der allein man schon satt wird -, Hauptgericht, Nachspeise wie Käse, Früchte, Eis oder auch Gebäck und einer Tasse Kaffee bestand. Den restlichen Abend verbrachten wir mit Freunden und der Familie auf der Terrasse mit einem Glas Wein. In ausgelassener Atmosphäre unterhielten wir uns, lachten und sangen bis spät in die Nacht hinein. Abende wie diese sind in Frankreich Gang und Gäbe, sogar während der Schulzeit. Man kocht zusammen, lädt Freunde ein, die auch Essen oder Wein mitbringen, isst zusammen und verbringt lange gemütliche Abende in ausgelassener Runde. Die Vielfalt des Essens ist nicht zu übertreffen: Gemüse in allen Variationen, Fisch, Lamm, Käse, heimische Früchte. Verfeinert wurden die Speisen mit einer unglaublichen Vielfalt an Gewürzkräutern. Spezialitäten der Provence sind z.B. Socca (Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl, Olivenöl, Salz und Wasser) oder das Pan Bagnat ( Salat, Ei, Thunfisch, Sardellen und Olivenöl in Weißbrot).

Doch die Provence hat noch viel mehr als ihr einzigartiges Essen zu bieten: Ihre Landschaft und ihre Städte. Wir besuchten Monaco, Monte Carlo, Cannes, Grasse (die Welthauptstadt des Parfums), fuhren mit einem Schiff zur Insel Saint- Marguerite, machten einen Campingausflug in die Berge und besichtigten viele weitere sehenswerte Orte und malerische Städte in der Provence.

Was aber natürlich nicht fehlen durfte, war das genaue Auskundschaften der Hauptstadt Nizza. Die Hauptstadt der Provence ist unter anderem für ihre malerisch schöne Promenade des Anglais bekannt. Eine Strandpromenade, die sich entlang der,, Baie des Anges'' zieht. Die mit Palmen gesäumte Promenade des Anglais ist das reinste Paradies für Jogger und Inlineskater und eignet sich perfekt zum Spazierengehen. Den besten Blick über Nizza ermöglicht der Schlossberg ,, Colline de Château´´. Dieses Highlight sollte man sich nicht entgehen lassen. Von dort aus hat man einen fantastischen Blick über ganz Nizza: die Altstadt, die Promenade, den Hafen, den Flughafen. Der Blick auf das offene Mittelmeer ist atemberaubend schön. Am Fuße des 100 m hohen Berges befindet sich ,, Vieux Nice'' , die Altstadt Nizzas. Gekennzeichnet ist die romantische Altstadt, in der oft Blumenmärkte stattfinden, durch ihre engen Gassen, die provenzalischen Restaurants, die bunten Häuser und vielen Künstlerläden. Im moderneren Stadtteil finden sich vor allem Boutiquen, Kinos, Bars und ein riesiges Einkaufszentrum. Kunstliebhaber kommen in den vielen Museen, wie z. B. dem ,,Museé d'Art Moderne'' oder dem ,,Museé Matisse'', voll auf ihre Kosten.

Dieser Austausch förderte nicht nur meine Sprachkenntnisse, sondern verstärkte mein Interesse für dieses einzigartige Land und brachte mir die lockere und unbeschwerte Lebensart der Einwohner näher. Ich weiß nun viel mehr über die Kultur in der Provence, den Lebensstil und den traumhaften und abwechslungsreichen Alltag einer französischen Familie an der Côte d' Azur Bescheid. Ein Erlebnis, welches mir immer in guter Erinnerung bleiben wird.

Magdalena Bachinger (10 d) berichtet von ihrem Aufenthalt in Thionville:

Ein paar Monate im Ausland zu verbringen, ist wohl der Traum vieler Schüler.
Durch den Bayerischen Jugendring hatte ich die Möglichkeit, 2 Monate lang das Lycée Charlemagne in Thionville zu besuchen. Das Lycée wie das französische Schulsystem insgesamt waren eine völlig neue Erfahrung für mich. Eine Schulstunde dauert ca. 60 Minuten und auch der Schulalltag war ungewohnt lange. Meist drückte ich bis um 18 Uhr die Schulbank und kam nur mittwochs wie gewohnt um die Mittagszeit nach Hause. Mit um die 1250 Schülern (inklusive denen des Collège) war natürlich alles weitaus größer. Doch dank netter Mitschüler wie Lehrer fand ich mich schnell im Schulhaus zurecht, und wenn das Klassenzimmer trotzdem auf unerklärliche Weise nicht auffindbar war, erwiesen sich alle als sehr hilfsbereit. Meine Sprachprobleme hielten sich in Grenzen, denn wenn auch manchmal nötiges Vokabular fehlte, gab es doch immer eine Möglichkeit sich zu verständigen. Besonders meine tolle Gastfamilie war mir dabei eine große Hilfe und steuerte meinem französischem Wortschatz viele neue, nützliche Wörter bei.

Natürlich sah ich mehr als nur die Schule von innen. Frankreich wurde mir in allen Teilen von seiner besten Seite präsentiert. So bekam ich die Hauptstadt Paris mit Eiffelturm, Louvre, Triumphbogen und allem, was dazu gehört, zu sehen, war öfter in Metz und sogar einmal in Luxemburg unterwegs. Die schöne, typisch französische Stadt Thionville kenne ich mittlerweile auswendig.

Der gesamte Austausch geschah im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms, wobei uns unsere Austauschpartner nach Gemeinsamkeiten und Interessen zugeordnet wurden. Dank der netten Mitschüler, der freundlichen Lehrer und der tollen neuen Freunde, besuchte ich das Lycée sehr gerne und auch meine Gastfamilie machte mir den Frankreichaufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Möglichkeit, über das Brigitte-Sauzay-Programm nach Frankreich zu gehen, sollte wirklich jeder nutzen, der sie bekommt!

 

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Eindrücke von Monaco

 

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Bild links: Besichtigung von Monacohafen
Bild rechts: Blick auf die Gastschule von Beatrice

 

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Bild links: Im Pausenhof der Gastschule
Bild rechts: Beatrice Mayer und ihre französische Partnerin Lina

 

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Bild links: Lisa Sonnleitner mit ihrer Gastfamilie
Bild rechts: Am Strand von Nizza

 

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Bild links: romenade des Anglais in Nizza

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