Alchemie und Zauberklänge bei den Begegnungstagen am St.-Gotthard-Gymnasium

Eine Fülle von Eindrücken boten am Freitag und am Samstag, 13./14. Juli 2018, die Begegnungstage am St.-Gotthard-Gymnasium in einer Gesamtschau naturwissenschaftlicher und musikalischer Vorführungen. Der neu eingeweihte Chemietrakt wurde zum Besuch freigegeben. Dort konnten neugierige Jungforscher bunte Substanzen zusammenmixen und sich wundern über die Metamorphose einer erhitzten Emser-Halspastille zu einer nicht enden wollenden Wurst aus verkohltem Zucker. Im Biologiesaal wurden Filme vorgeführt, die im Rahmen naturwissenschaftlich orientierter Aktivphasen entstanden. Zeitgleich musizierten in den Räumen des Altbaus Schülerinnen und Schüler der 5. – 7. Jahrgangsstufen.

Die Besucher wandelten zwanglos zwischen den Darbietungen hin und her, beklatschten die bemerkenswerten Leistungen der Eleven am Klavier, am Marimbaphon, an der Harfe und auf unterschiedlichen Blasinstrumenten. Dazwischen konnte man sich am reichlichen Kuchenbuffet stärken, das in der Mensa vom Elternbeirat aufgebaut worden war.

Den Abschluss des Abends bildete ein Schulspiel, an dem fast hundert Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen beteiligt waren. In atmosphärischen Bildern und experimentellen Sprachspielen führten die Schüler Texte Friedrich von Schillers auf.
Den Rahmen der losen Handlung bildete die Schülerin Anna, die an einem Aufsatz über Schiller verzweifelt. Da erscheint ihr der Dichter persönlich und erzählt aus seinem Leben. Durch Schillers assoziative Rückblenden, die seine Schulzeit an der äußerst streng geführten Karlsschule in Stuttgart thematisieren, wird Anna klar, dass ihre Situation vergleichsweise bequem ist. Immerhin lockt das Freibad, wenn sie den Aufsatz fertig hat. Aber Schiller steckt sie an mit der Vorstellung, dass die wahre Freiheit ohnehin nur eine innerliche Sache sei und nur „in des Herzens stillen Räumen“ gefunden werden kann.
Die bewegende, hochaktuelle Thematik setzte der Chor mit lupenreinen Kinderstimmen um, umsichtig und sicher geführt von Musiklehrer Alexander Gsödl, der die Aufführung musikalisch betreute. Klangreich begleitete ein Instrumentalensemble der Oberstufe. Den mutigen Damen der 10a gebührt besonderer Respekt für ihre zum Teil skurrilen Performances, die manch moderner Inszenierung an einem Schauspielhaus zur Ehre gereichen würden.

Am Samstagabend blies dann die Bigband mit dem Summernightswing zum grandiosen Finale der zahlreichen musikalischen Aktivitäten des Schuljahres. Dass die Band unter Stefan Binder zu den Paradeensembles der Schule gehört und über die Grenzen des Landkreises hinaus einen exzellenten Ruf genießt, bestätigte sie in der dichten Atmosphäre der Alten Turnhalle in jedem Song. Die messerscharfen Bläserriffs, die Aufmerksamkeit in allen Sections, das schwungvolle, vorwärtsdrängende Spiel, die versierten, ausdrucksstarken Vokalsolisten: Das alles zeugt von einer ungemein fundierten Ausbildung und von einer stetigen und konsequenten Arbeit.

Was bemerkenswert war in den Tagen und deutlich wurde: Naturwissenschaft und Musik schließen sich keineswegs aus. Vielmehr ergänzen sie sich in der unterschiedlichen Art der Faszination, die von beiden Wegen ausgeht. Dass gerade am St.-Gotthard-Gymnasium die Musik kein Schattendasein führt und sie nicht bloß ab und zu aus dem Keller geräumt wird, sondern täglich im Licht des Geschehens steht, ist damit nicht nur für das Fach selbst von Gewinn.

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