Dritter Klimatag am St.-Gotthard-Gymnasium

Die Schüler der 8. Jahrgangsstufe und erstmals auch der Q11 hatten am 23. März 2018, dem letzten Schultag vor den Osterferien, im Rahmen des dritten Klimatages am Gymnasium Niederalteich Gelegenheit, einen fundierten Einblick in das Phänomen des Klimawandels zu erhalten.

Prof. Dr. Johann Stötter, führender Geograph der österreichischen Klimawandelforschung an der Universität Innsbruck, und seine Mitarbeiterin Franziska Allerberger gaben den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Forschung.

Prof. Dr. Stötter erläuterte anschaulich den Anstieg der Temperaturen in Abhängigkeit vom Ausstoß von Treibhausgasen durch das Verbrennen fossiler Energieträger seit der Industrialisierung. Er betonte, dass es in den Händen der Jugendlichen liege, durch Verhaltensänderung den Klimawandel abzumildern. Aus Meldungen über den kühlsten Frühlingsanfang seit 138 Jahren dürfe man nicht schließen, dass der Klimawandel nun nicht mehr stattfinde, denn es handle sich bei diesen Einzelbeobachtungen um das Wetter, nicht aber das langfristige Klima. Jeder Mitteleuropäer trage durch die Produktion von durchschnittlich etwa 10 Tonnen CO2 pro Jahr zum Treibhauseffekt und damit zur Erwärmung des Klimas bei.

Auf die Frage eines Schülers, was jeder Einzelne tun könne, antwortete Prof. Stötter, dass es zum Beispiel ein sehr großer Beitrag wäre, auf Flugreisen zu verzichten. Er sagte, er sei sich durchaus bewusst, dass dies ein extrem unpopulärer Vorschlag sei, der Effekt eines Verzichts auf unnötige Flüge sei aber wesentlich größer als der in den Medien häufig propagierte Umstieg vom Auto auf das Fahrrad. Auf verschiedenen Internetseiten (z.B. co2.myclimate.org oder naturefund.de/erde/co2_rechner.html) lässt sich errechnen, dass ein einzelner Mensch auf einem Urlaubsflug in die Karibik soviel CO2-Ausstoß verursacht wie ein durchschnittlich genutztes Auto (15 000 km/Jahr, Verbrauch 7 Liter/100 km) in drei Jahren.

Im Anschluss an den Vortrag beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in drei parallel abgehaltenen Workshops auf verschiedene Art mit dem Klimawandel. Die Geographielehrer des Gymnasiums verteilten die Arbeitsaufträge und betreuten die Arbeit. Die Klasse 8a erstellte ein Quiz zum Thema Klimawandel, in der Klasse 8b wurden Briefe an Politiker verfasst und die Klasse 8c bereitete eine Diskussion mit verschiedenen Rollen vor. Die Ergebnisse der jeweiligen Arbeitsgruppen wurden dann in der Aula im Plenum präsentiert.

Es steht fest, dass der Klimawandel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit darstellt. Die Jugendlichen, die noch etliche Jahrzehnte auf der Erde vor sich haben, sind es, die von der Notwendigkeit des Umdenkens überzeugt werden müssen. Denn sie sind es, die ihre eigene Zukunft gestalten und in ihr leben werden. Das Bewusstsein bei der Bevölkerung und hier besonders bei Jugendlichen müsse geschärft werden für die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels, betonte Prof. Stötter. Die Akzeptanz für die nötigen Handlungen, Kompetenzen und die Handlungsbereitschaft solle gestärkt werden.

Der Klimatag ist auch für das nächste Schuljahr fest eingeplant und die Zusammenarbeit mit den Universitäten Innsbruck und Passau soll weiter intensiviert werden. So ist zum Beispiel im Rahmen der Sommersportwoche in Inzell eine Exkursion zu einem Gletscher geplant.

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