MdL Bernd Sibler schenkt Niederalteicher Schülern eine Stunde

Am Montag, 12.03.2018, gab es am St.-Gotthard-Gymnasium für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 c und des schulinternen Begabtenförderungsprogramms eine besondere Form des Sozialkundeunterrichts: Der Staatssekretär im Kultusministerium und gleichzeitig Deggendorfer Landtagsabgeordnete, MdL Bernd Sibler, informierte aus erster Hand über Politik.

In seiner kurzen Begrüßung erläuterte Schulleiter Lummer den Hintergrund für den Besuch: Es geht um ein Projekt des Katholischen Schulwerks, der Dachorganisation der katholischen Schulen in Bayern, unter dem Motto: "Politik macht Schule - Abgeordnete schenken eine Unterrichtsstunde". Ziel dieser Aktion ist es, gegen Politikverdrossenheit und Radikalisierung einzutreten und Abgeordnete in den Dialog mit Schülerinnen und Schülern zu bringen. Dieses Projekt wurde mit MdL Sibler nach 2016 nun zum zweiten Mal durchgeführt.

Dem ehemaligen Gymnasiallehrer Bernd Sibler ist es offensichtlich ein großes Anliegen, Jugendliche für Politik zu interessieren, denn er kam schon im Jahr 1999 als damals jüngster Abgeordneter in München an das St.-Gotthard-Gymnasium und setzte sich auch in den folgenden Jahren immer wieder mit den Meinungen der Jugendlichen auseinander.

Zunächst erläuterte MdL Sibler seine Beweggründe, warum er sich als junger Mensch politisch engagierte, und wie er allmählich in politische Ämter gelangte. Seine Tätigkeit als Ministrant und seine Einbindung in die kirchliche Jugendarbeit hätten ihn geprägt und – vor dem Hintergrund der damaligen Wertediskussion um das Thema Abtreibungsgesetze – habe er sich dann politisch engagiert. Die „besondere Konstellation“ im Wahlkreis Deggendorf im Jahr 1994 habe dazu geführt, dass er in den bayerischen Landtag einzog. Immer wieder betonte MdL Sibler, dass es für einen Politiker wichtig sei, auch in der Kommunalpolitik verwurzelt zu sein; deshalb seien ihm die Ämter im Plattlinger Stadtrat und im Deggendorfer Kreistag besonders wichtig.

Ein Schwerpunkt für MdL Sibler ist die Schulpolitik. Auch hier ist es ihm ein großes Anliegen, sich immer wieder vor Ort zu informieren. Er erwähnte seine Gespräche am St.-Gotthard-Gymnasium und sein Interesse am Niederalteicher Ganztagsmodell mit der Rhythmisierung des Tagesablaufs, dessen Grundsätze er auch in die Diskussionen im Landtag und im Kultusministerium einbrachte. Sein Resümee: „Alles was gebundener Ganztag in Bayern ist, wurde zu ca. 80 Prozent von Niederalteich geprägt."

Auf Fragen von Schülerseite gab MdL Sibler dann einen Einblick in seinen Alltag als Politiker. Die Termine am Wochenende eingerechnet, ergibt sich durchaus eine 70-Stundenwoche. Exemplarisch gab er einen Überblick über den Montag, 12.03.2018:
Um 7.40 Uhr in Niederalteich, um 10.00 Uhr ein Termin mit Kultusminister Spaenle in München, um 12.00 Uhr Vorstellung des neuen Intendanten der Staatsoper in München, um 15.00 Uhr Spatenstich für ein kommunales Projekt in Vilshofen und anschließend in Osterhofen an der neuen Förderschule und dann am Abend eine Veranstaltung zur Digitalisierung an Schulen in Straubing.

Auf eine Schülerfrage, wie er – kurz vor der Kabinettsumbildung - seine politische Zukunft sehe, antwortete Herr Sibler: „Das Wichtigste für einen Politiker ist, dass man nicht ständig auf Ämter schaut. Entscheidend ist, dass man da, wo man hingestellt ist, eine gute Arbeit macht.“

Zur Wiedereinführung des G9 erklärte Sibler, dass mittlerweile die Dauer der Studienzeiten an den Universitäten zurückgegangen ist. Ein Hauptgrund für die Einführung des G8 sei ja gewesen, dass deutsche Hochschulabsolventen im internationalen Vergleich deutlich älter waren. Seit der Einführung des G8 haben sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Im neuen neunjährigen Gymnasium will man nun gemeinsam mit den Verbänden behutsam die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft des Gymnasiums legen.

Eine weitere Frage einer Schülerin bezog sich auf die Wahlerfolge der AfD bei der letzten Bundestagswahl - vor allem auch in Niederbayern. Herr Sibler bezeichnete dies als "Katastrophe", wobei seiner Meinung nach besonders viele AfD-Wähler ihren Protest gegen die Situation im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise ab 2015 ausdrücken wollten. Es komme nun darauf an, so Sibler, dass der Staat die Spielräume nutzt, die sich aus dem Rückgang der Flüchtlingszahlen ergeben haben.

Abschließend appellierte der Staatsekretär an die Schülerinnen und Schüler, sich in der Gesellschaft engagieren: "Macht mit, bringt euch ein - sei es im Sportverein, in der Kirche, oder auch in der Politik."

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